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    CHEMNITZ

    Unterm Strich: Fragile Währung

    Manchmal hat man ja das Gefühl, Banken wollen ihre Kunden loswerden: Sparzinsen gibt es quasi nicht mehr, die Filialen werden auch immer weniger, der Phantasie für neue Gebühren scheint derweil keine Grenzen gesetzt. Ganz andere Wege geht die Sparkasse Chemnitz.

    Die will ihren Kunden sogar „innovative Mehrwerte in den Filialen bieten“. Dabei geht es aber nicht um bessere Beratung oder längere Öffnungszeiten, sondern um Eier: Die Sparkasse hat einen Automaten aufgestellt, an dem Kunden Bio-Eier im Sechser- oder Zehnerpack abheben können. 17 000 Eier haben im ersten halben Jahr die Filiale verlassen.

    Bezahlt werden kann bar oder mit Kreditkarte, ob von Kunden anderer Geldinstitute bei Kartenzahlung eine Eiergebühr erhoben wird, ist unklar. Ebenso offen ist die Frage, ob Kunden – wenn sie mal ein paar Eier übrig haben, an Ostern zum Beispiel – Eier auch einzahlen können. Vermutlich bräuchte es da erst sparkasseninterne Schulungen, bei denen sich Anlageberater zu Gelegeberatern fortbilden können und der Unterschied zwischen faulen Krediten und faulen Eiern herausgearbeitet wird. Schließlich wollen die Kunden ihre „Spareilagen“ in guten Händen wissen.

    Sicher falsch ist indes, dass Oliver Kahn mit seinem Ausspruch „Eier, wir brauchen Eier“ für die Sparkasse werben soll oder dass das Geldinstitut Eier als alternatives Zahlungsmittel etablieren will – die Währung sei zu fragil, hieß es. Andere Branchen reagieren dennoch: Erste Bankräuber firmieren als Eierdiebe und fordern, künftig nicht mehr wegen Straftaten, sondern nur noch wegen Mundraubs „eigebuchtet“ werden zu können.

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