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    Unterm Strich: Hartz IV muss in die Kinderbücher!

    Fragt man kleine Kinder, was sie einmal machen wollen, dann sagen sie: Häuser bauen, Züge steuern, Brot backen oder Feuer löschen. Kleine Kinder haben großen Respekt vor Berufen, deren Sinn und Nutzen sich ihnen sogleich erschließt. Die Bayerische Landesbank ist bei dieser Aufzählung eher selten dabei. Deshalb hat das Institut unlängst einen Werbespot geschaltet, dessen kernige Botschaft lautet: „Kinder haben Träume, was ihre Zukunft betrifft, doch leider die falschen.“ Ein Junge wird darin gefragt, ob er wisse, wo er eine Zukunft habe. Weiß er nicht. Na, bei der Bank! Nun ja, diese Zukunft stand vor Jahren auf dem Spiel, weil einige dort den Hals nicht voll bekamen und ihren Arbeitgeber damit in Misskredit, manche sagen: in gefährliche Schieflage brachten. Aber davon erzählten sie den Kindern lieber nichts in dem Werbespot. Der Finanzunternehmer Carsten Maschmeyer ist jetzt mit dem Geistesblitz um die Ecke gekommen, Kinderbücher umzuschreiben. Man solle den Kleinen nicht nur erzählen, dass sie Krankenschwester oder Lokführer werden können, sondern auch Unternehmer oder Gründer. Als Gründer kann man heute ziemlich reich werden, wenn man kleinen Leuten zwielichtige Finanzprodukte andreht. Dagegen: Lokführer und Krankenschwester! Liebe Kinder, besser nicht! Das ist echt anstrengend. Jeder wird an euch zerren in dieser alternden Gesellschaft und mit Blick auf die Mobilitätswende. Dann doch lieber das, was ein Junge dem früheren Fußball-Welttorwart Oliver Kahn auf dessen Mutmacher-Tour einst zurief: „Ich möchte später Hartz-IV-Empfänger werden.“

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