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    Unterm Strich: In Holz gemeißelt

    Damit wir uns richtig verstehen: Melania Trump hat es absolut verdient, dass jemand ein Denkmal für sie errichtet. Wenn es uns schon so schwerfällt, mit ihrem verhaltensauffälligen Gatten klarzukommen, was muss diese Frau dann erst durchmachen? Aber gut gemeint ist halt nicht immer gut gemacht. Ob sich die First Lady so richtig über die Holzfigur freuen kann, die nun in ihrer Heimat Slowenien enthüllt wurde? Wir sind da nicht restlos überzeugt. Aber nun winkt die Holz-Melania des US-Street-Art-Künstlers Brad Downey eben ihren Landsleuten zu, obwohl sich die echte schon seit Jahrzehnten nicht mehr in ihrer Heimatstadt hat blicken lassen. Vielleicht kommen wenigstens ein paar Touristen vorbei. So wie damals auf Madeira. Die portugiesische Insel wusste gar nicht wohin mit ihrem Stolz auf den Fußball-Nationalhelden Cristiano Ronaldo. Also benannte sie ihren Flughafen nach dem Weltstar und ließ eine Büste aufstellen. Die war nur leider so hässlich, dass Ronaldo zum Objekt des Spotts wurde. Würde der Fußballer die Band „Wir sind Helden“ kennen, wäre ihm sicher deren Liedzeile in den Sinn gekommen: „Hol den Vorschlaghammer! Sie haben uns ein Denkmal gebaut.“ Jedenfalls wurde die Skulptur schon bald durch eine andere ersetzt. Der italienische Bildhauer Domenico Fontana meißelte 1587 Moses in Stein. Weil seine Figur aber nicht mit Michelangelo mithalten konnte, prasselte viel Kritik auf den Künstler ein, der sich der Legende nach deshalb das Leben genommen haben soll. Kleiner Trost: Seine Statue schmückt bis heute den berühmten Mosesbrunnen in Rom.

    Von Michael Stifter

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