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    Unterm Strich: Pappe ante portas

    Während die größten Rätsel der Menschheit noch immer ungeklärt sind – Wer faltet die Beipackzettel? Haben Veganer Milchzähne und was sagen sie zu Fruchtfleisch? Macht „Shampoo für fettiges Haar“ erst recht fettiges Haar? – steht einer der wichtigsten Alltagsgegenstände vor einer revolutionären Transformation. Glas ist künftig aus Pappe. Abgesehen von Pizzakartons und Schachteln des Lieferdiensts ist ja das meiste in dieser unserer Welt nicht von Pappe. Nicht mal der Trabi war das, auch wenn sich die Mär hält, die Karosse der DDR-Volkskutsche sei aus einer Art Arbeiter- und Bauernkartonage gewesen. Jetzt aber: Pappe ante portas. Das wichtigste Glasprodukt unseres Lebens wird bald pappig sein. Nicht die Windschutzscheibe. Nicht die Gleitsichtbrille. Sondern: die Bierflasche. Der viertgrößte Brauereikonzern der Welt mit Sitz in Kopenhagen hat sie entwickelt, der Prototyp ist nach Jahren der Entwicklung und aufwendigen Tests ausgereift, heißt es aus Dänemark. Markteinführung: nächstes Jahr. Kein Pappenstiel, liebe Pappenheimer! Bier aus der Pappflasche wird die Welt verändern. Kein Klirren mehr, keine Scherben in Fußgängerunterführungen. Samt biologisch abbaubarem Kronkorken wird alles fix verrottet sein und nicht in 500 Jahren noch vom Bierdurst zeugen. Die Chronisten sind gerade dabei, die wichtigsten Zitate der Geschichte umzuschreiben. „Pappe leer“ hat Giovanni Trapattoni bekanntlich einst über seine Spieler gewettert. Und in Wahrheit meinte Altkanzler Gerhard Schröder damals bei der Autogrammstunde: „Hol' mir mal 'ne Pappe, bevor ich hier zusammenklappe.“ Oder so ähnlich. Prost!

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