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    Unterm Strich: Tschüss, Ölheizung!

    Wir müssen loslassen! Es wird wieder abgewrackt. Das Klimapaket fordert erste Opfer, die Ölheizung soll spätestens 2026 auf dem Schrotthaufen der Geschichte landen. Nie wieder wird es geniale Werbesprüche wie „Ich bin zwei Öltanks“ geben. Ich gestehe, dass ich bis heute nicht weiß, was sich hinter diesem Slogan genau verbirgt, ganz vergessen habe ich ihn nie. Hätte ich je eine eigene Ölheizung besessen, wüsste ich bestimmt, warum Two in One nicht nur beim Instantkaffee, sondern auch im Heizungskeller so wichtig ist. Aber welche „Gewohnheiten“ haben wir nicht schon losgelassen, von denen wir – berauscht vom jeweiligen Zeitgeist – glaubten, dass sie für immer in Stein gemeißelt sind? Im Flugzeug, sogar beim Arzt im Wartezimmer, wurde geraucht. Unartige Kinder bekamen in der Schule eine Backpfeife, und wenn sie sich daheim darüber beklagten, gab es die nächste. Einst verstand man unter „Austreten gehen“, dass man sich zur Erfüllung eines gewissen Bedürfnisses kurz vom Stuhl erhob, um hinter den Vorhang zu pinkeln. Körperhygiene war seinerzeit gleichzusetzen mit dem Auftragen einer neuen Puderschicht und einem Spritzer Parfum in die Perücke. Wie gut es manchmal ist, alte Gewohnheiten in die Klamottenkiste zu verbannen, zeigt ein anderes Beispiel. Erst 1953 wurde in Deutschland eine Promillegrenze für Autofahrer eingeführt, aber auch dann hieß es „Noch ein Bier und 'nen Schnaps, dann fahr ich los“, denn bis 1,5 Promille galt man als fahrtüchtig – natürlich ohne Airbag und Gurt. Also tschüss, Ölheizung, irgendwann schmunzeln unsere Nachfahren über dich.

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