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    Unterm Strich: Updates einst und jetzt

    Die mannigfaltigen Möglichkeiten moderner Kommunikation sind zweifelsfrei nach der Erfindung von Rad und Pflug die wichtigsten Errungenschaften der Menschheit. So kann ich mittags schon bei Facebook sehen, was meine Frau gekocht hat – also was ich mir am Abend aufwärmen darf, falls man mir was übrig gelassen hat. Unvorstellbar die Zeiten, in denen man zu Hause anrufen und dumme Fragen wie „Schatz – hast du was gekocht, soll ich noch was mitbringen?“ stellen musste. Lappalien, wie der Übertritt der Kinder an weiterführende Schulen, werden in der interfamiliären WhatsApp-Gruppe diskutiert, und bei Twitter wird über Onkel Eberhard gelästert, weil der keinen Account hat. Alles ganz toll, wenn da nicht die ständigen Updates wären. Kaum hat man Zeit gespart, weil man heute chattet und keine Telegramme mehr schickt, ist die auch schon wieder weg, weil das IPhone ein Mega-Update braucht. Es folgen stundenlanges Zulassen, Zustimmen, Erinnern, Erlauben und Super-Wahnsinns-Pin-Nummern und Passwörter raussuchen, bis dann endlich die alles andere als erlösende Nachricht kommt „Download fehlgeschlagen“. Da lohnt sich doch ein befreiender Blick auf historische Updates und Passwörter. Ein Bleistift ist mit ein paar flotten Umdrehungen im Spitzer wieder up to date, das Passwort für väterliche Dienstleistungen heißt immer noch „Bitte lieber Papa“, und eine Lesebrille 2.0 (Dioptrien), damit sieht man schärfer als auf Internetvergleichsportalen, ersetzt locker das Smartphone im Supermarkt. Ach ja, meine Alexa heißt übrigens Pauline – und die ist zu 100 Prozent analog.

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