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    Unterm Strich: Wahlkampf-Tipps für die AfD

    AfD wirbt mit Willy Brandt
    Ein AfD-Plakat mit dem Konterfei Willy Brandts hängt am Bahnhof von Michendorf in Brandenburg. Foto: Britta Pedersen

    Offenbar fürchtet die AfD, dass die Gesichter aus den eigenen Reihen zu unbekannt für den Wahlkampf sind. Deswegen schmückt sie ihre Plakate gerne mit Politikern der bösen „Altparteien“: Derzeit hängt die AfD in Brandenburg Plakate mit SPD-Ikone Willy Brandt und dem Spruch „Mehr Demokratie wagen“ auf. Im bayerischen Landtagswahlkampf musste schon CSU-Übervater Franz Josef Strauß herhalten. Der Slogan damals: „Strauß würde AfD wählen“.

    Die CSU hat das damals genauso wenig gefreut wie die SPD jetzt. Kein Wunder: Wenn sich die AfD schon mit fremden Federn schmückt, dann doch bitte mit den passenden. Noch dazu böten sich Politiker an, die die AfD wirklich mag.

    Den Österreicher Heinz-Christian Strache zum Beispiel, der durch die Ibiza-Affäre auch hierzulande bekannt wurde. Ein Foto von ihm mit dem Slogan „Wir kaufen uns mit russischem Geld eine große Zeitung“ würde in AfD-Kreisen bestimmt auf Applaus stoßen. Gleiches gilt für den in Teilen der AfD beliebten US-Präsidenten Donald Trump. Sein Zitat „Die Menschen wollen Schutz und eine Mauer schützt“ könnte in der AfD-Wählerschaft auch gut ankommen. Andererseits vielleicht unpassend, wo doch der 30. Jahrestag des Mauerfalls ansteht ... Also doch besser ein Plakat mit dem britischen Brexit-Befürworter Nigel Farage und einem leicht modifizierten Ausspruch von ihm: „Der EU-Austritt ist der erste Stein, der aus der Mauer des Establishments bricht.“ Riskant wäre gerade im Osten Wahlwerbung mit Walter Ulbricht. Dabei hätte er einen Slogan mitgeliefert: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“

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