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    Unterm Strich: Was einem so nachgerufen wird

    Vor dem heutigen Staatsbegräbnis für Jan Fedder hat sich die Hamburger Polizei von ihrem Ehrenkommissar verabschiedet – mit einem Funkspruch: „Peter 14/2 geht in Status 6 – alle Michel ENDE“, heißt es in der Traueranzeige. „Peter 14/2“ war der Funkname für Polizist Dirk Matthies in der Serie „Großstadtrevier“, den Fedder 28 Jahre lang spielte. „Status 6“ bedeutet „außer Betrieb“, „alle Michel“ ist ganz Hamburg. Nicht schlecht für einen, der das Image vom harten Hund mit goldenem Herz pflegte. „Die Wahrheit über einen Menschen liegt auf halbem Weg zwischen seinem Ruf und seinem Nachruf“, hat Robert Lembke einst gesagt. Fedder schien unverwüstlich, ehe das Leben auch ihm das Gegenteil bewies. Da ist man gerührt und geschüttelt. Wenn man vom finalen Dienstschluss für „Peter 14/2“ hört, fragt man sich auch, ob bei Horst Tapperts („Derrick“) Beerdigung jemand sagte: „Harry, fahr schon mal den Wagen vor!“ Bei der Bestattung von Sänger Roger Cicero strömten Tränen, als sein Lied „Ich hätt? so gern noch Tschüss gesagt“ gespielt wurde. Am Grab von Fußball-Legende Rudi Assauer standen Bayern, Schalke und BVB in Trauer vereint. Sogar Donald Trump ließ den toten George H.W. Bush per Air Force One nach Washington bringen. Ob bei Nena einmal 99 Luftballone aufsteigen werden? Singt bei Wolfgang Ambros jemand: „Es lebe der Zentralfriedhof“? Muss bei Joschka Fischer die Trauergemeinde weiße Turnschuhe tragen? Und bei Angela Merkel zum Abschied beidhändig die Raute bilden und murmeln: „Wir schaffen das“? Jan Fedder würde sagen: „Macht nich? so‘n Gedöns!“

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