• aktualisiert:

    Unterm Strich: Wenn Vorsätze wanken

    Wenn es auf Mitte Januar zugeht, schlägt die Stunde der Wahrheit für viele gute Vorsätze, die leichtfertig zum Jahreswechsel – und vielleicht auch unter dem Einfluss berauschender Substanzen, die man künftig weiträumig meiden will – gefasst wurden. Der tägliche Frühsport ist schon mal dem miesen Wetter zum Opfer gefallen, man könnte sich ja erkälten. Das mit dem Rauchen wurde großzügigerweise um ein Jahr verschoben, weil ja erwiesenermaßen und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen der böse Feinstaub und der Nachbar mit seinem Drecksdiesel und nicht die Glimmstängel schuld sind an den Schatten auf der Lunge. Mit dem Abnehmen wird nun doch erst kurz vor der Badesaison begonnen, wer konnte auch ahnen, dass ausgerechnet in den ersten Monaten des Jahres viele Freunde und Verwandte Geburtstag feiern, wo man mitschlemmen muss. Weniger Alkohol? Das geht ja wohl ganz schlecht, wo doch die Prunksitzungen bevorstehen, wie soll man die denn nüchtern durchstehen? Überhaupt sind Vorsätze lächerlich. Vorsatz bedeutet Absicht. Wer vor Gericht überführt wird, dass er etwas vorsätzlich getan hat, hat schlechte Karten. „Angeklagter, Sie räumen also ein, dass Sie zum 31. Dezember 2017 vorsätzlich mit dem Rauchen aufgehört haben, wohlwissend, dass Sie damit der Tabakindustrie schweren Schaden zufügen?“ So gesehen fällt es doch schon viel leichter, das Böse im guten Vorsatz zu erkennen. Wer will sich schon unglücklich machen, wegen einer Selbstkasteiung in Sektlaune? Mein Vorsatz für den nächsten Jahreswechsel steht schon fest: Keine Vorsätze mehr!

    Weitere Artikel

    Kommentare (0)

    Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!