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    Unterm Strich: Wir baden im Wald und anderswo

    Es wird immer schwieriger, einfache Dinge einfach zu tun, wenn ihnen das passende Etikett fehlt. Beispiel gefällig? Wir gehen nicht mehr einfach in den Wald, um andächtig dem Rauschen der Blätter zu lauschen, Lieblingsbäume zu besuchen und vielleicht auch mal zu umarmen, wenn keiner hinguckt. Nein, heute gehen wir in der Gruppe Waldbaden, lauschen auf Geheiß und schweigen im Kollektiv, um uns und dem Großen und Ganzen an sich nachzuspüren. Rufe wie „Schau, ein Steinpilz“, wie sie bei meinen persönlichen Waldbädern hin und wieder zu hören sind, wären da wahrscheinlich mehr als deplatziert. So intensiv waldgebadet habe ich erst vorletzten Sonntag, als ich mich beim Pilzesuchen verlaufen habe und zum Bad noch die Dusche von oben genießen durfte, was der inneren Gelassenheit nicht unbedingt zu mehr Tiefe verhalf. Baden ist ja überhaupt im Trend, es muss ja in Zeiten der Wasserknappheit nicht immer das wertvolle Nass sein. Onkel Dagobert, der reichste Mann der Welt, macht es vor mit seinem Schwimmübungen im heimischen Geldspeicher in Entenhausen. Promis suchen das Bad in der Menge. Heilung suchende Patienten lassen sich ins Moorbad stecken. Tierische Mitbewohner, wie zum Beispiel die Wildschweine, gönnen sich ab und zu ein Schlammbad, wofür sie nicht einmal die Aufsicht eines Bademeisters benötigen. Wer nicht genug kriegen kann von allem rund ums Bad, der kann es ja mal mit stylishen Badelatschen an den Füßen als Badgestalter in Baden-Baden probieren und geht mit dieser ausgefallenen Geschäftsidee hoffentlich nicht baden.

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