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    Unterm Strich: Wo Italiener keinen Spaß verstehen

    Die Welt ist voller Möchtegern-Italiener. Wenn Begriffe wie Mozzarella, Pizza oder Prosecco erklingen, läuft vielen Erdenbürgern außerhalb Italiens bereits das Wasser im Mund zusammen und sie beginnen mit den Händen zu gestikulieren. Italien kommt zumindest kulinarisch dem Schlaraffenland schon ziemlich nahe. Eine Tatsache, die auch wirtschaftliche Folgen hat. Man kann Geschäfte machen mit italienisch klingenden Produkten, an denen abgesehen vom Namen gar nichts Italienisches mehr dran sein muss. 60 Milliarden Euro Umsatz soll die sogenannte Lebensmittel-Piraterie in der gesamten Welt mit italienischen Fake-Produkten machen. Das hat der Landwirtschaftsverband Coldiretti berechnet. Coldiretti und die italienischen Produzenten fühlen sich übers Ohr gehauen und kämpfen für einen buchhalterisch-korrekten Umgang mit ihren Lebensmittelprodukten, die unter Markenschutz stehen. So kam es nun, dass in einem Supermarkt der Region Venetien 250 Chips-Packungen der Marke Pringles konfisziert wurden. Der Hersteller der Firma Kellogg hatte die Idee gehabt, den Chips auch Prosecco-Geschmack beizumischen. Die Italiener jedenfalls verstanden keinen Spaß und ließen das Produkt, dem eine unbekannte Substanz namens Prosecco-Pulver beigemischt war, beschlagnahmen. Landwirtschaftsministerin Teresa Bellanova verwahrte sich gegen den „Diebstahl der Identität“. Diese Feststellung lässt einiges über den Zustand der italienischen Seele erahnen. Festzustellen bleibt allerdings: Eine Tüte normaler Chips und ein Glas Prosecco wären bestimmt schmackhafter gewesen.

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