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    Scheurings Wort zum Samstag: Wir brauchen mehr Homefarming

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    Die Corona-Krise hat gezeigt: Deutschland hinkt in der Digitalisierung hinterher – nicht nur im Schulsystem, sondern auch in der Landwirtschaft. Zwar wurden auf dem Gebiet des Digital Farming Fortschritte erzielt – etwa durch Melkroboter oder autonome Mähmaschinen. Aber das reicht noch nicht. Die Weichen müssen konsequent in Richtung Digitalisierung gestellt werden. Nun rächt sich, dass Bundesforschungsministerin Anja Karliczek gesagt hat, 5G müsse nicht bis zu jeder Milchkanne reichen. In Russland wurden sogar die Erzeuger der Milch in den Prozess der Digitalisierung mit eingebunden. Dort tragen einige Kühe bereits Virtual-Reality-Brillen, durch die sie Bilder von saftigen Wiesen sehen und so zu größerer Milchproduktion angeregt werden. In Deutschland haben viele Kühe noch nicht einmal Internetanschluss. Gerade auf dem Land fehlt oft ein schnelles Internet, was zu massiven Verzögerungen führt, wenn die Ernte downgeloaded werden soll. Der Bauernhof der Zukunft muss voll vernetzt sein. Die analogen Arbeitsmittel in der Landwirtschaft sind störanfällig und nicht mehr zeitgemäß. Der Acker braucht daher eine interaktive, völlig neue Benutzeroberfläche, die unabhängig von Regen und Düngung optimiert werden kann. Auf Krautfeldern muss Crowdworking Standard werden. Die Landwirte 4.0 an ihren mobilen Endgeräten müssen ihre Arbeit nach dem Vorbild des Homeschooling auf Homefarming umstellen. Sobald dann auch die Erntearbeiter mit den neuen Tools vertraut sind, können sie den Spargel von Polen oder Rumänien aus bequem im Homeoffice stechen.

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