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    Unterm Strich: Der Depp und der verrückte Professor

    Böse Spitznamen machen den Gegner klein und lassen den Spötter größer wirken. Donald Trump liebt das. Er spricht von „Crooked Hillary“ (betrügerische Hillary) Clinton, von „Sleepy (der verschlafene) Joe“ Biden und nannte Nordkoreas Diktator Kim Jong-un den „kleinen Raketenmann“. Niedlich, oder? Bernie Sanders ist bei ihm „The Nutty Professor“, in Anlehnung an einen verrückten Gelehrten in einem Film mit Eddy Murphy. Die Demokratin Elizabeth Warren, die aus ihrer Verachtung für Trump keinen Hehl macht, nennt er verächtlich „Pocahontas“, die Indianerprinzessin. Wikipedia listet schon mehr als 200 Schmähungen Trumps für seine Gegner auf. Längst schlagen die zurück. Sie nennen Trump wegen seiner Gesichts- und Haarfarbe „Agent Orange“ oder „Orange Twitler“, der Orangefarbene Twitterer – was beim Aussprechen wie „Der orangene Hitler“ klingt. Bei Italo-Amerikanern kommt der Zungenbrecher „Metamucilini“ witzig rüber. Das erinnert an den faschistischen „Duce“ Benito Mussolini, Metamucil ist ein oranges Abführmittel. Geistreich ist auch „Hair Furor“ – eine Anspielung auf Trumps Haartolle und an alte US-Nazifilme, in denen Adolf Hitler „Herr Führer“ hieß. Ein wahrer Zungenbrecher ist „The Twat That Tweets“, übersetzt: „Der Depp, der twittert“. Manche nennen ihn den „Clown im Weißen Haus“, der „wie ein Elefant durch den politischen Porzellanladen trumpelt“. Andere sprechen von „PP“, das steht für „President Poser“, also Präsidenten-Darsteller – mit Aussicht auf die Goldene Himbeere für die schlechteste schauspielerische Leistung des Jahres.

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