• aktualisiert:

    Unterm Strich: Die Zukunft ist (noch nicht) von Pappe

    Den Pappkameraden gehört die Zukunft. Das zeigt die SPD, von der man lange dachte, sie wäre nicht von Pappe: Besorgt wetterten Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und Ober-Juso Kevin Kühnert gegen den Neustart der Bundesliga. Aber beim Spiel Gladbach gegen Leverkusen saßen die zwei mit Tausenden Zuschauern auf der Tribüne. Es waren freilich nur Pappfiguren, damit die „Geisterspiele“ im Fernsehen belebter wirken. Aber der Konter der Fans war nicht von Pappe. „Mehr Schein als Sein“ machte schon Erwin Rommel zum „Wüstenfuchs“: Der narrte Gegner mit Panzer-Attrappen aus Sperrholz und ließ seine paar Soldaten bei Paraden mehrfach vorbeimarschieren, um Spione zu täuschen. Attrappen von Abgeordneten könnten auch im oft fast leeren Bundestag (wie im Fußballstadion) mehr Fülle vortäuschen. Zu Demos gegen die Corona-Beschränkungen dürften nur noch Papiertiger – wegen der Ansteckungsgefahr. Bei Liederabenden würde keine Pappnase mehr mit Husten, Räuspern oder Schnarchen stören. Kirchentage und Aktionärsversammlungen kämen mit weniger Pappe-rlapapp aus. Mit „Geisterarmeen“ wäre Krieg unmöglich. Und Parteitage vor lauter Pappkameraden kämen ohne Endlosgelaber aus. Wir kennen ja unsere Pappenheimer. Am Ende würde die Parteispitze aus Fleisch und Blut den Delegierten aus Pappe nicht die „Internationale“ oder „Bayernhymne“ singen, sondern das „Ruhmeslied“ von Paul Scheerbart: „Trägst du eine Narrenkappe, trag sie unterm Lorbeerbaum. Meine Welt ist nicht von Pappe, dieses sag ich Dir im Traum“. Und dann wäre Ruhe im Karton.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!