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    Scheurings Wort zum Samstag: Der Mensch als Maschine

    Der Roboter  Bless U-2  an der Uni Würzburg.
    Der Roboter Bless U-2 während seines Auftritts an der Uni Würzburg. Foto: Gunnar Bartsch

    Wissenschaftler der Universität Würzburg untersuchen, wie menschlich Roboter sein sollen. Der Gründer der Forschungsstelle Robotrecht, Professor Eric Hilgendorf, sagt zu Recht, dass nicht alles zulässig sein dürfe, was technisch möglich sei. Möglich ist schon vieles: Es gibt Roboter, die auf zwei Beinen gehen, auf einem Bein hüpfen oder einen Tablettwagen schieben können. Allerdings warnen Forscher, unser Hirn neige dazu, Roboter, die wie Menschen aussehen, auch wie Menschen zu behandeln. Eine Studie aus Japan hat gezeigt, dass Kinder oft aggressiv auf humanoide Roboter reagieren und diese sogar verprügeln. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass Roboter selbst ausrasten. Es gibt bereits Kampfroboter, Pflegeroboter, Sexroboter und religiöse Roboter, die einen Segen erteilen. So viel ist klar: Roboter müssen das Recht haben, sich religiös zu betätigen, doch sollten sie nicht jeden Unsinn glauben – das wäre allzu menschlich. Roboter machen sich überall breit. Einen besonders bizarren humanoiden Roboter haben Forscher zu Testzwecken vor drei Jahren als US-Präsidenten in Betrieb genommen. Bei dem Modell ist den Konstrukteuren aber ein Programmierfehler unterlaufen, oder die Kabel in seinem Kopf wurden falsch verknüpft, da seine Gedanken oft allen Gesetzen menschlicher Logik widersprechen. Aber das verrückte Teil ist außer Kontrolle geraten und wird sich kaum mehr damit zufriedengeben, wie seine Kollegen auf einem Bein zu hüpfen oder einen Tablettwagen zu schieben. Das zeigt, wie wichtig die Forschungsstelle Robotrecht ist. Professor Hilgendorf, übernehmen Sie!

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