• aktualisiert:

    Scheurings Wort zum Samstag: Die Trümpfe der Briten

    _

    Nach langem Hängen und vor allem Würgen ist der Brexit jetzt formal vollzogen. Was bedeutet das für Großbritannien und den Rest der Welt? Nun, das Vereinigte Königreich ist wie ein Bienenstaat organisiert, dort leben 66 Millionen Menschen und eine Königin, um die alle herumschwirren. Daran ändert sich nichts. Aber an der Exportwirtschaft schon, wenn London und Brüssel neue Handelsverträge schließen. Für ihre Autos werden die Briten auf dem Kontinent zwar kaum Abnehmer finden, weil sie es bis heute nicht geschafft haben, das Lenkrad auf der richtigen Seite einzubauen. Im Bereich der Lebensmittel aber will London nun zu besseren Bedingungen seine Trümpfe voll ausspielen – darunter Spezialitäten wie Schokopfefferminztäfelchen, Orangenschalenmarmelade und ein klebrig-schwarzer, an Wagenschmiere erinnernder Brotaufstrich namens Marmite. Mit diesen heiß begehrten Waren wird Großbritannien jeden Monat mindestens hundert Millionen Pfund einnehmen – das sind in kontinentaleuropäischer Währung immerhin 50 Millionen Kilo. Stolz sind die Briten auch auf Black Pudding (Blutwurst), Christmas Pudding, Nierenpudding und puddingartige Politiker wie Boris Johnson. Im Gegenzug können natürlich Importwaren teurer werden. Tragisch wäre es für die Insel, wenn der Nachschub an Rosinen aus der EU versiegt, da das Rosinenpicken das beliebteste Hobby britischer Politiker ist. Und falls Melonen zu teuer werden, müssen die Briten irgendwann die Melonen essen, die sie auf dem Kopf spazieren tragen. Da wird dann das Würgen wieder losgehen.

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!