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    Würzburg

    Scheurings Wort zum Samstag: Schöne neue Erziehungswelt

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    Die Welt der Pädagogik ist permanent in Bewegung und bringt ständig Neues hervor. Schon im Mittelalter nannte man Erziehungsberechtigte, die sich zu wenig um ihren Nachwuchs kümmern, Rabeneltern. Als Tigermütter gelten heute solche Gestalten, die ihre Kinder sehr fordern und im Hinblick auf eine spätere Karriere zurechtzubiegen versuchen. Große Aufmerksamkeit erfahren aktuell die sogenannten Helikoptereltern, die ständig um ihre Kinder kreisen, um sie zu behüten oder zu überwachen. Neu im pädagogischen Panoptikum sind die Rasenmähereltern, die Hindernisse wegräumen, die ihren Kinder im Weg stehen. Wer denkt sich solche Begriffe aus? Erzieher? Soziologen? Oder PR-Manager von Heimwerkermärkten? Und vor allem: Was kommt als Nächstes? Ich vermute, das sind die Staubsaugereltern – also jene Väter und Mütter, die eine starke Saugkraft auf ihren Nachwuchs ausüben und erst zufrieden sind, wenn er im Beutel ist wie bei der Kängurumutti – wobei Kängurumütter in natürlicher Konkurrenz stehen zu Tigermüttern. Ein ganz anderes pädagogisches Konzept vertreten die Laubbläsereltern, die ihre Kinder unter großem Getöse vor sich hertreiben, während Facebook-Omas jene Großmütter sind, die sich in einem Netzwerk herumtreiben, das von Jüngeren nur noch belächelt wird. Wenn wir auf dem Weg der Digitalisierung aber mutig voranschreiten, braucht es bald weder Drohnenmütter noch Rasenmähereltern, weil im Smart Home von morgen dann die allseits vernetzte digitale Assistentin Alexa die Rolle der Erziehungsberechtigten übernimmt.

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