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    Unterm Strich: Enten der Klassik

    Für die Klassiker von Goethe und Schiller sind Jugendliche kaum noch zu begeistern. Dabei ist es so einfach, wie die Italiener Guido Scala und Luciano Bottano ohne Respekt vor den Literatur-Größen zeigen: Die Künstler, die für „Walt Disneys Lustiges Taschenbuch“ produzieren, stecken Comicfiguren um Donald Duck persiflierend in literarische Rollen: „Hier bin ich Ente, hier darf ich?s sein“ enthält drei Goethe-Klassiker und Schillers „Räuber“. Den Titel (in Reclam-Gelb) ziert eine Persiflage auf Tischbeins berühmtes Goethe-Porträt: Statt des Dichterfürsten sitzt Dagobert Duck auf dem Stein. „Die Leiden des jungen Ganthers“ beginnen mit einer Handlung, in der Donald Duck beim Goethe-Lesen einschläft und davon träumt, sich in Daisylotte zu verlieben. Mit Sturm und Drang will er sie erobern. Doch als er erfährt, dass sie mit Gustalbert verlobt ist, weint er – nimmt sich aber nicht das Leben. Ganther tut stattdessen das, was Goethe tat: Er verarbeitet die traurige Liebe in einem Roman und landet einen Bestseller. In „Doktor Duckenfaust I und II“ schlüpft Donald in die Rolle des Faust. In „Donald und die Räuber“ spielen die Panzerknacker mit, Amalia wird von Daisy Duck gespielt.

    Natürlich gibt es – entgegen der literarischen Vorlage – wie immer bei den Ducks keine Brüder und Väter, damit kleine Leser nie in Versuchung geraten zu fragen, wie denn Entenküken gemacht werden. Lustig ist besonders, wenn Tick, Trick und Track wie im Kasperltheater dazwischenrufen, um Donald alias Karl zu warnen. Und am Ende heißt es stets: Ente gut, alles gut. Das würde Goethe und Schiller gefallen.

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