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    Der Bu-ti-dschidsch

    New Hampshire Democratic Primary       -  Präsidentschaftsbewerberin den USA
    Präsidentschaftsbewerberin den USA Foto: JOSEPH PREZIOSO (AFP)

    Er wäre ein so krasser Gegenentwurf zu Donald Trump. Erst kürzlich ist er 38 Jahre alt geworden und wäre damit im Falle seiner Wahl im November der jüngste Präsident in der Geschichte der USA.

    Er wäre auch der erste bekennend schwule Chef im Weißen Haus. Er ist klug, hat die Eliteuniversität Harvard abgeschlossen, studierte auch in Oxford und spricht acht Sprachen. Er hat politische Erfahrung, war bis November 2019 sieben Jahre lang Bürgermeister seiner Heimatstadt im Rostgürtel von Indiana im Mittleren Westen der USA – nur unterbrochen von einem siebenmonatigen Einsatz für die US-Navy in Afghanistan.

    Nun muss man South Bend mit seinen etwas über 100 000 Einwohnern als Europäer nicht unbedingt kennen. Ebenso wenig Peter Paul Montgomery Buttigieg, der sich der Einfachheit halber am liebsten „Pete“ nennen lässt.

    Mit den so chaotisch verlaufenen Vorwahlen der Demokraten im nicht so weit entfernten Iowa könnte sich das ändern. Plötzlich steht der „Bu-ti-dschidsch“ – so in etwa die korrekte Aussprache seines Namens – im Mittelpunkt, weil ihm die Parteimitglieder und -anhänger die meisten Stimmen gegeben haben, mehr jedenfalls als den favorisierten „alten“ Bewerbern Sanders, Warren oder Biden. Nun spielt er in der ersten Reihe mit.

    Buttigieg wird eher dem moderaten Flügel der Demokraten zugerechnet, steht trotz seines vergleichsweise jungen Alters auch nicht für einen grundlegenden politischen Wandel. Er ist womöglich sogar der konservativste unter allen Kandidaten. Was ihn womöglich am Ende auch die nötigen Stimmen kosten könnte, um tatsächlich Präsidentschaftskandidat zu werden. Nicht etwa seine Homosexualität oder das noch einigermaßen jugendliche Alter. Er ist für viele Amerikaner einfach nicht links genug.

    Das Geheimnis seines Erfolgs in Iowa dürfte in seiner Fähigkeit liegen, die Menschen stets lächelnd rhetorisch mitzureißen mit seiner sanften Bariton-Stimme. Hemdsärmelig tritt er auf, und er kann formulieren: „Es würde uns besser gehen, wenn Washington wie eine Kleinstadt regiert werden würde“, sagte er einmal. Oder schon fast poetisch: „Der erste Morgen nach Donald Trump wird kommen, und über welchem Amerika wird die Sonne dann aufgehen?“

    Er würde in Bildung und Infrastruktur investieren, er betont auch die Bedeutung der Klimapolitik. Internationale Bündnisse sind ihm wichtig, was auch mit seiner Herkunft zu tun hat.

    Er ist der Sohn eines maltesischen Einwanderers und spricht neben den sieben anderen auch dessen Sprache. Ein weiterer Unterschied zu Donald Trump. Foto: AFP

    Von Joachim Bomhard

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