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    REGENSBURG

    Deutscher Kardinal vergleicht Schwulen-Aktivisten mit Nazis

    Für die katholische Kirche ist Homosexualität nach wie vor ein schwieriges Thema. Zwar bewegt sich Papst Franziskus stetig auf gleichgeschlechtlich liebende Menschen zu - erst kürzlich soll er zu einem schwulen Mann gesagt haben, dass Gott in so gemacht habe und ihn liebe, wie er sei. Eine offizielle Bestätigung des Vatikans dafür gibt es aber nicht. Außerdem spricht sich das Oberhaupt der katholischen Kirche weiterhin gegen die Ehe für alle aus, die katholische Kirche lehnt Homosexualität ab.

    Negative Schlagzeilen dazu macht der deutsche Kardinal Gerhard Ludwig Müller, früherer Bischof von Regensburg und ehemaliger Leiter der Römischen Glaubenskongregation. In einem Interview mit der italienischen Journalistin und Bloggerin Constanza Miriano bestritt Müller, dass Homophobie existiere. Vielmehr handle es sich um eine Erfindung von LGBTQ-Aktivisten, also Menschen, die sich für die Rechte von Homo- und Transsexuellen einsetzen.

    "Homophobie ist ein Betrug"

    Diese hätten Homophobie als Unterdrückungsinstrument eingeführt, um so Argumente im Kampf für Gleichberechtigung zu haben. "Homophobie ist ein Betrug, der dazu dient, die Leute zu betrügen", behauptete Müller. Außerdem bezeichnete er sie als "Erfindung und Instrument der totalitären Dominanz über das Denken anderer".

    Zudem verglich der 70-Jährige LGBTQ-Aktivisten mit Nationalsozialisten und Kommunisten. Auch diese hätten vermeintliche Wirklichkeiten erfunden, um so Argumente für ihre Ansichten zu haben. "Das sind Mittel der totalitären Regime, des Nationalsozialismus und des Kommunismus." Kardinal Müller fiel bereits mehrfach durch abwertende Kommentare über Homosexuelle auf, 2014 bezeichnete er Homosexualität als "nicht akzeptabel". In einem Buch bezeichnete er die "sündigen Verhältnisse" von Lesben und Schwulen als "pervers".

    Auch wenn Müller ihre Existenz anzweifelt: Homophobie ist in der deutschen Gesellschaft nach wie vor ein Problem. Im ersten Halbjahr 2017 registrierten die Behören 130 Straftaten gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transsexuelle - 28 mehr als im Vorjahreszeitraum. Weltweit gibt es in 72 Ländern anti-homosexuelle Gesetze, in 13 Ländern droht Homosexuellen sogar die Todesstrafe.

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