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    Bad Reichenhall

    Katastrophenalarm in Bayern: Was bedeutet das?

    Winter in Bayern
    Ein Kettenfahrzeug der Bundeswehr unternimmt eine Versorgungsfahrt zur Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgarden. Die Siedlung ist wegen des starken Schneefalls weitgehend abgeschnitten, wird aber mit Lebensmitteln ausreichend versorgt. Mit schweren Militärfahrzeugen kann Buchenhöhe weiter erreicht werden. Foto: Bernd März (dpa)

    Schweres Unwetter, heftige Schneefälle oder Überschwemmungen führen nicht automatisch zu einem Katastrophenfall. Bedrohen sie aber viele Menschen, natürliche Lebensgrundlagen oder umfangreiche Sachwerte so stark, dass die Kommunen extrem gefordert sind, können diese den Katastrophenfall ausrufen.

    Dann übernimmt nach Angaben des Innenministeriums die Katastrophenschutzbehörde der betroffenen Kommune, in der Regel das Landratsamt, die Koordinierung und zentrale Leitung. Sämtliche Einsätze von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen laufen dann über eine zentrale Stelle.

    Sind die Bedrohungen überregional, können die Bezirksregierungen oder das bayerische Innenministerium die Kommunen unterstützen, zum Beispiel mit überregionalen Einsatzkräften. Katastrophenalarm und Katastrophenfall meinen dabei dasselbe, die Behörden verwenden jedoch meist letzteren Begriff.

    Nach dem Landkreis Miesbach hat am Donnerstag auch das Landratsamt Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall den Katastrophenfall für den südlichen Teil des Landkreises ausgerufen. Seit dem späten Donnerstagabend gilt auch im südbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen der Katastrophenfall.

    Grund ist laut Landratsamt die aktuelle Schneelage, der anhaltende Schneefall und die damit verbundenen Störungen und Gefahren für die Bürger in den betroffenen Gemeinden. Dazu zählen zum Beispiel Schneelasten auf Dächern und Bäumen. Am Donnerstag waren zahlreiche Straßen gesperrt, an allen Schulen im Landkreis fiel der Unterricht aus.

    «Die Katastrophenschutzbehörde koordiniert nun die Einsätze der Rettungs- und Einsatzkräfte sowie weiterer Dienststellen und kann gegebenenfalls auch noch einmal zusätzliche Hilfe zum Beispiel von Seiten der Bundeswehr anfordern», sagte der Bad Tölzer Landrat Josef Niedermaier.

    dpa

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