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    OBERSCHLEIßHEIM

    Nachdenkliche Worte beim Sommerempfang des Bayerischen Landtags

    Als der CSU-Landtagsabgeordnete Steffen Vogel (Theres, Lkr. Haßberge) kurz vor Mitternacht mit Musikern der Big Band der Berufsfachschule für Musik aus Bad Königshofen (Lkr. Rhön-Grabfeld) am Getränkestand ein „Prosit der Gemütlichkeit“ anstimmte, war der Sommerempfang des Landtags endgültig in unterfränkischer Hand. 3000 Gäste aus ganz Bayern waren gekommen, um mit Landtagspräsidentin Barbara Stamm und den Abgeordneten zu feiern.

    War das Beisammensein im aufwendig dekorierten Park von Schloss Schleißheim bei München bislang immer ein Garant für sommerliches Traumwetter, zogen diesmal Regenwolken auf. Wer wollte, konnte dies als Zeichen von oben sehen – angesichts stark polarisierender politischer Debatten in diesen (Wahlkampf-)Zeiten.

    Veitshöchheimer Narren dabei

    Die Landtagspräsidentin nutzte jedenfalls ihre Begrüßungsansprache für nachdenkliche Worte an die Abgeordnetenkollegen. Sie wünsche sich, dass die Politiker wieder „weniger zuspitzen“ und stattdessen „mehr zusammenführen“. Nur so lasse sich der Zusammenhalt in der Gesellschaft wieder mehr stärken. Barbara Stamm: „Es lohnt sich.“

    Die Musiker aus Bad Königshofen hatten die Botschaft jedenfalls verstanden. Mit vielen Swing-Klassikern („Free Jazz passt heute nicht“) versetzten die 26 jungen Leute unter der Leitung von Udo Schneider die Besucher in Harmonie. Und der Himmel hielt dann auch wenigstens die meiste Zeit dicht.

    Unter den Gästen waren wieder zahlreiche Ehrenamtliche, die sich sozial oder kulturell engagieren, bei den Rettungsdiensten, in der Flüchtlingshilfe, fürs Brauchtum, in Kirchen und Vereinen. Stamm hat Schleißheim in den zehn Jahren ihrer Präsidentschaft vom Stelldichein der Großkopferten zu einem Bürgerempfang weiterentwickelt. Besonderes Augenmerk galt dieses Mal Menschen, die sich in der Selbsthilfe um psychisch Kranke kümmern. Stamm dankte den Ehrenamtlichen, diese seien wunderbare Menschen, „die nicht nur sich selbst sehen“. Mit ihrem Engagement bauten sie „jeden Tag mit an unserer Demokratie“.

    Die Landesregierung war beim Empfang mit Ministerpräsident Markus Söder und seinem Kabinett vertreten, seine Vorgänger Günther Beckstein und Edmund Stoiber waren auch dabei, während Horst Seehofer nicht gesehen wurde.

    Staatsministerin Dorothee Bär repräsentierte die Berliner Politik, zugegen waren unter anderem auch Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, der EKD-Ratsvorsitzende, und Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden aus Würzburg.

    Fast komplett nach Oberschleißheim gereist war das Team der Fastnacht in Franken. Bekanntlich ist die Landtagspräsidentin selbst ein großer Fan der Veitshöchheimer Narren. Bernhard Schlereth hatte unter anderem Ines Procter, Matthias Walz, Peter Kuhn, Michl Müller, Volker Heißmann und den Veitshöchheimer Bürgermeister Jürgen Götz mitgebracht. Sie amüsierten sich prächtig. Stellvertretend für die mainfränkischen Ehrenamtler sei Gabriele Nelkenstock genannt, die Gründerin des Würzburger Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“.

    Zehn Jahre Präsidentin

    Zehn Jahre ist Barbara Stamm mit Ablauf der Legislaturperiode Landtagspräsidentin. Sie dankte, dass sie das Amt so lange ausführen „konnte und durfte“. Dabei klang sie ebenso demütig wie wehmütig.

    Viele auch in der CSU-Spitze können sich vorstellen, dass die 73-Jährige mit ihrer integrativen Art nach der Wahl im Oktober als Präsidentin weitermacht. Dafür allerdings müsste sie erst einmal wiedergewählt werden.

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