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    München

    Tarifstreit beim BR: Rechtsberaterinnen wechseln die Seiten

    Mitte September hatten der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft Verdi die mehr als 5000 Redakteure und freien Journalisten beim BR zu einer ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen. Foto: Peter Kneffel, dpa

    Mitten im Tarifstreit zwischen dem Bayerischen Rundfunk (BR) und dem Bayrischen Journalisten-Verband (BJV) haben drei Justiziarinnen die Gewerkschaft verlassen, zwei von ihnen arbeiten künftig für den BR. In einem Schreiben an seine Mitglieder erklärte der BJV am Freitag: "Natürlich haben Arbeitnehmer freie Arbeitsplatzwahl", man sei aber "irritiert", dass der BR hier "wenig Fingerspitzengefühl zeigt".

    BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel verteidigte auf Nachfrage das Vorgehen: Hätte der BR den besten Bewerberinnen "eine Anstellung lediglich mit dem Argument verwehrt, dass sie aus der BJV-Geschäftsstelle kommen, wäre dies einer beruflichen Diskriminierung gleichgekommen".

    Nicht vom BR abgeworben

    Wie BJV-Chef Michael Busch bestätigte, seien die Justiziarinnen nicht vom BR abgeworben worden. "Sprachlos" mache ihn aber, dass sie beim BR "wohl in die für Tarifverhandlungen zuständige Abteilung eingebunden werden" sollen. Dem widerspricht der BR: Die beiden neuen Mitarbeiterinnen würden "nicht in die laufenden Vergütungstarifverhandlungen einsteigen".

    Im September hatten die festgefahrenen Tarifverhandlungen zu einem Warnstreik geführt. Der Streik, zu dem BJV und Verdi aufgerufen hatten, hatte Programmausfällen im Radio- und Fernsehprogramm des BR zur Folge. Seitdem sei man sich nicht näher gekommen, so Busch. Weitere Streiks seien derzeit aber keine geplant. Die Gewerkschaften fordern für die BR-Mitarbeiter sechs Prozent mehr Geld.

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