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    US-Wahlkampf: „New York Times” bricht eigene Tradition

    Elizabeth Warren
    Die demokratische Präsidentschaftskandidatin, Elizabeth Warren, Senatorin für Massachusetts, spricht während einer Wahlkampfveranstaltung. Foto: Patrick Semansky/AP/dpa

    Im Rennen um die Nominierung der Demokraten für die US-Präsidentenwahl 2020 hat sich die „New York Times” hinter zwei Kandidatinnen gestellt.

    In einem Leitartikel für die Montagsausgabe unterstützt die Zeitung Elizabeth Warren (70) als radikale und Amy Klobuchar (59) als moderate Stimme der Opposition. Damit bricht das linksliberale Blatt nach eigenen Worten mit der Tradition, nur einen Kandidaten zu favorisieren.

    Anders als in Deutschland sind Wahlempfehlungen von Zeitungen für einen bestimmten Kandidaten in den USA üblich. Die „New York Times” gehört neben der „Washington Post” zu den einflussreichsten überregionalen Tageszeitungen in den USA.

    Bei der Präsidentenwahl 2016 hatte die „New York Times” in der Nominierungsphase und bei der Präsidentschaftskandidatur die Demokratin und ehemalige Außenministerin Hillary Clinton unterstützt. „Viele Wähler der Demokraten sorgen sich vor allem darum, wer Herrn Trump besiegen kann”, heißt es mit Bezug auf den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump. Aber: „Die Frage ist gerechtfertigt, ob unser demokratisches System im Grunde kaputt ist”, schreiben die Autoren weiter.

    Den 78-jährigen linksgerichteten Senator Bernie Sanders hält die „New York Times” demnach aber für ebenso „spaltend” wie Trump. Daher sei die ehemalige Jura-Professorin und linksgerichtete Senatorin Warren, die mehr staatliche Hilfen für sozial Benachteiligte fordert, die Vorkämpferin der Linken. Klobuchar, die gegen Drogenabhängigkeit vorgeht, steht nach Sicht der Zeitung für die demokratische Mitte. Mit „Charisma, Entschlossenheit und Beharrlichkeit” könne die Senatorin aus Minnesota die Flügel der Partei und vielleicht gar die Nation einen. Anfang Februar finden in den US-Bundesstaaten Iowa und New Hampshire die ersten Vorwahlen statt. Für die Demokraten sind derzeit zwölf Kandidaten im Rennen um die Nominierung.

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