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    Washington

    USA verzeichnen weltweit meiste Tote in Corona-Krise

    Kapitol       -  Das Kapitol in Washington. In den USA gibt es mehr bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus als in jedem anderen Staat der Welt.
    Das Kapitol in Washington. In den USA gibt es mehr bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus als in jedem anderen Staat der Welt. Foto: Jose Luis Magana/AP/dpa

    Die USA haben inzwischen in absoluten Zahlen weltweit die meisten Toten durch die Corona-Epidemie zu verzeichnen - und somit Italien überholt. Das geht aus Zahlen der amerikanischen Universität Johns Hopkins hervor.

    In den Vereinigten Staaten starben demnach mehr als 20.600 Menschen in Folge der Corona-Pandemie, in Italien wurden 19.468 Tote registriert. Das südeuropäische Land hatte bislang bei der Gesamtzahl der Toten international an erster Stelle gelegen. Die Daten ändern sich jedoch rasant: Verschiebungen, welches Land in der Corona-Krise traurige Zahlen-Rekorde bricht, unterliegen somit einigen Schwankungen.

    Erstmals waren bis Freitagabend (Ortszeit) binnen 24 Stunden in den USA mehr als 2000 Tote registriert worden. Dabei handelt es sich um den höchsten Anstieg an verzeichneten Toten innerhalb eines Tages in einem Land seit Beginn der globalen Pandemie. Am Samstag lag die Tageszahl mit 1877 Toten wieder etwas unter der 2000er-Marke.

    In den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, gibt es auch deutlich mehr bestätigte Infektionen mit dem Virus als in jedem anderen Staat der Welt: Der Johns-Hopkins-Universität zufolge sind es bereits mehr als eine halbe Million Infektionen. Die Werte einzelner Länder lassen sich wegen der unterschiedlichen Bevölkerungsgrößen, Testquoten und hohen Dunkelziffer allerdings nur schwer vergleichen.

    Das öffentliche Leben in den USA steht wegen der Krise in weiten Teilen still, was der Wirtschaft des Landes schwer zu schaffen macht. Präsident Donald Trump will möglichst schnell eine Rückkehr zur Normalität erreichen und voraussichtlich am Dienstag ein Expertengremium vorstellen, das darüber beraten soll. Experten warnten zuletzt, es sei noch zu früh, Beschränkungen aufzuheben.

    BRITISCHER PREMIER JOHNSON AUS KLINIK ENTLASSEN

    Positive Nachrichten kamen am Sonntag aus London: Der britische Premier Boris Johnson wurde aus dem Krankenhaus entlassen. Er werde auf Anraten der Ärzte aber nicht sofort wieder mit seiner Arbeit beginnen, teilte ein Regierungssprecher mit. Johnson wolle allen im St. Thomas' Hospital für die „brillante Pflege” danken, die er erhalten habe, so der Sprecher. Der 55-Jährige werde sich auf dem offiziellen Landsitz des Premiers, Chequers bei London, erholen.

    Schon am Vortag hatte sich Johnson bei den Mitarbeitern des St. Thomas' Hospitals bedankt. „Ich kann ihnen nicht genug danken. Ich verdanke ihnen mein Leben”, sagte der Premier in einer Mitteilung am späten Samstagabend. Wie die britische Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf Regierungskreise berichtete, erhielt Johnson in der Klinik Briefe und Baby-Ultraschallbilder von seiner schwangeren Verlobten Carrie Symonds sowie Tausende Karten mit Genesungswünschen. Der Politiker war am vergangenen Sonntag ins Krankenhaus gebracht worden und verbrachte dort drei Tage auf der Intensivstation, ehe er am Donnerstag wieder auf eine normale Station verlegt wurde.

    Großbritannien könnte nach Einschätzung der Wellcome-Stiftung in der Bilanz das am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffene Land in Europa werden. Im Vereinigten Königreich werde die Todesrate möglicherweise die höchste sein, sagte der Direktor der Stiftung, Jeremy Farrar, dem britischen Sender BBC. Massentests könnten noch helfen, Zeit zu gewinnen, um das Gesundheitswesen aufzurüsten. Nach dem jetzigen Ausbruch rechnet der Experte, der auch die britische Regierung berät, mit einer zweiten und dritten Welle. Er hoffe auf einen Impfstoff bis Herbst, dann müsse noch die Produktion für die Impfung vieler Millionen Menschen hochgefahren werden. „Ich würde hoffen, dass wir das in zwölf Monaten schaffen, aber das ist an sich schon ein beispielloser Ehrgeiz”, so Farrar.

    NICHT DIE ZEIT FÜR LOCKERUNGEN IN FRANKREICH

    In Frankreich war die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen am Samstag den dritten Tag in Folge rückläufig. Auch die Zahl der Menschen, die binnen 24 Stunden infolge von Covid-19 starben, ging zurück. Die Behörden gaben am Samstag 640 neue Todesfälle in Kliniken und Altersheimen an. Insgesamt verzeichnet Frankreich nach offiziellen Angaben 13.832 Tote. Dies sei aber noch kein Grund zur Entwarnung, sagte Gesundheitsdirektor Jerôme Salomon. „Es ist viel zu früh und unvernünftig, Vorhersagen über die Zukunft zu treffen.” Es sei nicht die Zeit für eine Lockerung der strengen Ausgangsbeschränkungen.

    Frankreich wartet nun gespannt auf die Fernsehansprache von Präsident Emmanuel Macron am Montag. Der Élyséepalast hatte bereits bestätigt, dass die Ausgangsbeschränkungen über den 15. April hinaus verlängert werden. Allerdings ist noch unklar, wie lange die Verlängerung andauern wird. Französische Medien berichteten am Sonntag unter Berufung auf Élyséekreise, dass Macron die Beschränkungen sogar bis Mitte oder Ende Mai verlängern könnte. Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht. Die strengen Ausgangsbeschränkungen gelten seit dem 17. März - in Frankreich dürfen die Menschen nur vor die Tür, wenn es unbedingt notwendig ist. Sport und Spaziergänge sind auf eine Stunde am Tag und einen Kilometer Radius zur Wohnung begrenzt.

    POSITIVE TENDENZ IN SPANIEN

    Im besonders schwer von der Corona-Pandemie betroffenen Spanien ist die Zuwachsrate der Neuansteckungen erstmals seit Beginn der Krise unter drei Prozent gesunken. Binnen 24 Stunden seien knapp 4200 neue Fälle registriert worden, eine Zunahme um nur noch knapp 2,6 Prozent auf insgesamt 166.000, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Gleichzeitig wurden wieder etwas mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert: Innerhalb von 24 Stunden starben 619 Patienten, die Gesamtzahl belief sich auf fast 17.000. Auch die Zahl der Menschen, die als genesen gelten, klettert stetig und lag bei knapp 62.400.

    Die Regierung führt die positive Tendenz auf die seit vier Wochen anhaltende Ausgangssperre zurück. Das Parlament hatte jüngst eine Verlängerung des Alarmzustands samt strikter Ausgangsbeschränkungen bis Mitternacht des 25. April gebilligt. Auch die Kontrollen an den spanischen Grenzübergängen werden um weitere zwei Wochen bis zum 26. April verlängert, teilte das Innenministerium in Madrid mit.

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