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    Paris

    Frankreich kündigt weitreichende Lockerungen an

    Lockerungen angekündigt       -  Ein Restaurantbesitzer schaut sich in Paris auf einem Nachrichtensender eine Fernsehansprache des französischen Premierministers Philippe an.
    Ein Restaurantbesitzer schaut sich in Paris auf einem Nachrichtensender eine Fernsehansprache des französischen Premierministers Philippe an. Foto: Ludovic Marin/AFP/dpa

    Frankreich hat weitreichende Corona-Lockerungen beschlossen - darunter die Öffnung von Restaurants und Cafés im ganzen Land.

    Auch für Urlauber gibt es gute Nachrichten: Touristenunterkünfte wie Ferienhäuser oder Campingplätze können ab dem 2. Juni fast im ganzen Land wieder öffnen. „Wir sind dort, wo wir Ende Mai sein wollten. Wir sind sogar ein bisschen besser, als wir gehofft hatten”, sagte der Regierungschef Édouard Philippe mit Blick auf den Kampf gegen das Virus am Donnerstag. Auch an der Aufhebung der Kontrollen an der Grenze zu Deutschland hält die französische Regierung fest.

    Premier Philippe läutete mit seiner Präsentation die zweite Phase der Lockerungen ein. Frankreich ist mit mehr als 28.000 Toten besonders heftig von der Covid-19-Pandemie getroffen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte im März noch erklärt, man befinde sich im Krieg gegen das Virus. Sehnsüchtig haben die Menschen im Land nun auf die Ankündigungen der Regierung gewartet.

    In weiten Teilen des Landes können Restaurants und Bars ab dem 2. Juni erstmals seit Mitte März wieder Gäste empfangen. Nur in den schwerer von der Epidemie getroffenen Gebieten wie Paris gibt es noch Einschränkungen. Dort darf nur auf den Terrassen gegessen und getrunken werden. Die Restaurants waren am 15. März im ganzen Land geschlossen worden. Noch vor der Ankündigung des Premier staubten die Pariser Gastronomen bereits ihre Stühle und Tische im Freien ab.

    In weiten Teilen des Landes dürfen auch Campingplätze oder Ferienhäuser ab dem 2. Juni wieder Reisende aufnehmen. Ausnahmen etwa für deutsche Urlauber soll es aber vor der angestrebten Aufhebung der Grenzkontrollen am 15. Juni nicht geben. Der Regierungschef betonte, dass es dann keine 14-tätige Quarantäne für Reisende geben werde. Allerdings werde Frankreich auf Wechselseitigkeit bestehen, wenn einige Länder Französinnen und Franzosen eine Quarantäne auferlegen.

    Ebenfalls Anfang kommender Woche sollen auch die Bewegungseinschränkungen innerhalb Frankreichs wegfallen. Ab dem 2. Juni sollen Reisen mit mehr als 100 Kilometer Entfernung vom Wohnort nicht mehr nur mit triftigem Grund möglich sein. Diese Maßnahme habe sich als sehr nützlich erwiesen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sei aber nicht mehr gerechtfertigt, erklärte Philippe.

    Auch Freizeitangebote sollen wieder verstärkt möglich sein. So sollen Theater ab dem 2. Juni fast im ganzen Land öffnen und alle Strände wieder zugänglich sein. Große Museen und Monumente dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Kinos folgen etwas später. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer kündigte an, dass er die Wiedereröffnung der Schulen beschleunigen werde.

    In Paris herrschte unterdessen große Erleichterung, weil die Parks und Gärten wieder öffnen können. In der engen Hauptstadt drängten sich die Menschen bisher an den wenigen öffentlichen Plätzen, die zum Verweilen einladen - etwa an den Kanälen oder am Seineufer. „Endlich hat sich der gesunde Menschenverstand durchgesetzt”, begrüßte Bürgermeisterin Anne Hidalgo die Entscheidung.

    Premier Philippe mahnte allerdings, dass immer noch Wachsamkeit geboten sei. Weiterhin gilt daher, dass sich nicht mehr als zehn Menschen im öffentlichen Raum treffen dürfen. Die erste Phase der Lockerungen hatte am 11. Mai nach mehr als zwei Monaten strenger Ausgangsbeschränkungen begonnen. Sie ist weiter von strikten Regeln und Verboten geprägt.

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