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    Kommentar: Erfolge stabilisieren

    Portugal ist, das haben die Euro-Finanzminister am Montag festgestellt, weit von einem Land, in dem Milch und Honig fließen, entfernt. In Lissabon bestreitet auch niemand, dass die Erfolge der zurückliegenden Jahre von der guten Konjunktur, vom Anleihe-Aufkaufprogramm der Europäischen Zentralbank und weiteren Faktoren begünstigt wurden.

    Und noch ist nicht absehbar, ob das Experiment wirklich nachhaltig gelingt, wenn nun jene Menschen auf die Straße gehen, die in den vergangenen Jahren mit einem Lohnstopp auskommen, aber höhere Preise zahlen mussten.

    Dennoch hat die Regierung etwas verstanden, was in Griechenland ganz sicher falsch gelaufen ist: Man kann ein Land nur mit den Menschen reformieren, nicht aber gegen sie. Natürlich ist das sozialdemokratische Konzept von António Costa umstritten, weil er den Bürgern suggeriert hat, sie hätten mehr Geld in der Tasche, was aufgrund der angehobenen indirekten Steuern nie der Fall war. Aber Costa nahm den Menschen den Frust über die bis dahin grassierende Unfähigkeit der Politik. Und er machte damit zugleich die Rechtspopulisten in Portugal mundtot.

    Dass dieses Projekt nur dann erfolgreich bleiben kann, wenn es gelingt, die Erfolge nun zu stabilisieren, auf alle Bereiche der Wirtschaft und der Verwaltung auszudehnen, stimmt. Aber das schmälert den gelungenen Neustarts des Landes nicht.

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