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    WINDSOR

    Royale Hochzeit Nummer zwei

    Die zweite royale Hochzeit des Jahres in England: Am Freitagmittag gaben sich Prinzessin Eugenie Victoria Helena von Yor... Foto: Victoria Jones, afp

    Er versucht erst gar nicht, seine Emotionen zu verstecken. Als Prinzessin Eugenie strahlend in ihrem schlichten weißen Kleid mit der langen Schleppe auf ihn zuschreitet, kämpft Jack Brooksbank sichtlich mit den Emotionen. „Du siehst perfekt aus“, sagt der Bräutigam als erstes zu seiner Braut, bevor sie sich an den Händen nehmen, um die Nerven zu beruhigen. Es sind bewegende Momente voller Intimität, verfolgt von Hunderten Gästen in der St.-Georgs-Kapelle in Windsor sowie Tausenden Menschen vor dem Bildschirm.

    Am Freitagmittag gaben sich Prinzessin Eugenie Victoria Helena von York und Jack Brooksbank auf Schloss Windsor das Ja-Wort. Es handelte sich nicht um die Hochzeit des Jahres, diesen Platz nahm bereits die weltweit verfolgte Trauung von Prinz Harry und Meghan Markle ein, die im Mai an derselben Stelle die Ringe getauscht hatten. Hier heirateten vielmehr zwei Menschen, von denen selbst viele Briten noch nie gehört hatten. Die 28-jährige Tochter von Prinz Andrew und Sarah „Fergie“ Ferguson, offizieller Titel „Her Royal Highness Princess Eugenie of York" ist die Nummer neun in der britischen Thronfolge, lediglich Teilzeit-Royal, dafür Kunsthistorikerin und Direktorin einer Galerie. Brooksbank stammt aus einer wohlhabenden Familie, arbeitete in Bars und als Manager eines Nobelclubs in London, ist zudem Markenbotschafter einer Tequila-Firma. Und so war es denn auch mehr die Traumhochzeit des zweiten Halbjahres, von allen als „die royale Hochzeit Nummer zwei“ getauft. Dabei ging es ohne Zweifel stürmisch zu, was vor allem am heftigen Wind lag, der einigen Damen den Hut vom Kopf blies. Es sollten die einzigen Ausreißer dieses Mittags bleiben.

    Das Brautkleid war das größte Geheimnis des Tages

    Abgesehen von den royalen Gästen, dem großen Staraufgebot und dem Ort war die Zeremonie deutlich weniger pompös, prunkvoll und formell als bei ihrem Cousin, dafür aber genauso romantisch, wie Beobachter schwärmten. Die Vergleiche zwischen den beiden Events wurden unentwegt gezogen. Die englische Kleinstadt Windsor befand sich dieses Mal nicht im Ausnahmezustand wie vor fünf Monaten, aber war zumindest aus dem Häuschen. Einige Tausend Menschen säumten die Straßen und jubelten dem Paar zu, als es in einer Kutsche eine Ehrenrunde fuhr. Fans wedelten mit Union-Jack-Flaggen, manche trugen sogar selbst einen Hut oder hatten ein kleines Krönchen auf den Kopf gesetzt. „Es war wundervoll, ich liebe die Royals“, sagte eine Frau, von deren T-Shirt überraschenderweise Harry und Meghan lächelten. Als „magisch“ bezeichnete eine andere Schaulustige die Trauung, bei der der italienische Tenor Andrea Bocelli zwei Lieder sang. Er hat ein neues Album zu vermarkten, wie die Zuschauer kurz darauf in der Werbepause erfahren sollten.

    Welches Kleid würde sie tragen? Es war wie stets das größte Geheimnis dieses Tages. Und wurde erst gelüftet, als Eugenie mit dem Wagen vorfuhr. Die Designer Peter Pilotto und Christopher de Vos entwarfen die langärmelige Robe mit dem V- sowie Rückenausschnitt, den die Prinzessin explizit gewünscht hatte. Die Schirmherrin einiger Organisationen im Gesundheitsbereich wollte ihre Narbe, die sie seit einer Rücken-Operation mit zwölf Jahren wegen ihrer Skoliose hat, nicht verstecken. Auf dem Kopf trug die Prinzessin ein mit Smaragden und Diamanten besetztes Diadem, das ihr ihre Großmutter Königin Elizabeth II. geliehen hatte.

    850 geladene Gäste kamen zur „Familienhochzeit“

    Die 92 Jahre alte Queen kam in einem unauffälligen hellblauen Outfit und wurde von ihrem 97-jährigen Mann, Prinz Philip, begleitet. Auch Prinz Harry und die Herzogin von Sussex sowie Prinz William und die Herzogin von Cambridge saßen in der Kapelle. Zwei ihrer drei Kinder, der fünfjährige Prinz George und die drei Jahre alte Prinzessin Charlotte, gehörten zu den Pagenjungen und Blumenmädchen, die die Queen-Enkelin Eugenie in die Kirche begleiteten. Camilla, die Herzogin von Cornwall und Frau von Thronfolger Prinz Charles, war die einzige aus der königlichen Familie, die wegen Terminen in Schottland der Zeremonie fernblieb.

    Es sei „keine öffentliche, sondern eine Familienhochzeit“, sagte der Brautvater, der Herzog von York im Vorfeld. Und dass mit 850 Geladenen deutlich mehr Gäste als bei Harrys und Meghans Hochzeit anwesend waren, lag ihm zufolge daran, dass das Paar „so viele Freunde hat“. Unter ihnen waren zahlreiche Prominente wie Model Naomi Campbell und ihre Kollegin Kate Moss, die Schauspielerinnen Demi Moore und Liv Tyler sowie die Sänger Robbie Williams und James Blunt.

    byl

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