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    Standpunkt: Europa kann aufatmen

    Österreich steht vor einem Neuanfang, der auch für Europa bedeutsam ist. Die Wähler haben die FPÖ abgestraft. Ihre Affären, ihr Dilettantismus und ihre rechtsextremen Kapriolen sind für viele ihrer früheren Wähler unerträglich geworden. Sie liefen zum strahlenden Wahlsieger Kurz über.

    Damit ist für Kurz eine neue Koalition mit den Rechtspopulisten erst einmal vom Tisch. Er muss sich zwischen einer Koalition mit der SPÖ oder mit den Grünen entscheiden. Eine türkisgrüne Koalition könnte zwar das brennende Klimathema angehen. Doch für manche ÖVP-Wähler sind die Grünen noch immer ein Feindbild. Sie müsste Kurz enttäuschen. Außerdem werden die Grünen einen hohen Preis verlangen. Die Koalitionsverhandlungen werden sehr schwierig werden.

    Die Europäische Union jedenfalls kann aufatmen. Das Wahlergebnis in Österreich schwächt das Lager der rechtspopulistischen Regierungen mit Ungarns Viktor Orban und Polens Jaroslav Kaczynski. Mit einem Koalitionspartner, der sich anders als die FPÖ an europäischen Grundwerten orientiert, kann auch Kurz sich öffnen. Österreich kann dann mit denen kooperieren, die nach Kompromissen suchen anstatt eine gemeinsame Politik unmöglich zu machen. So kann Österreich für die künftige EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein wichtiger Partner und Brückenbauer gen Osten werden.

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