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    Standpunkt: Zulasten der Versicherten

    Hermann Gröhe ist unschuldig. Er setzt als neuer Gesundheitsminister lediglich das um, was die Gesundheitsexperten von Union und SPD, Jens Spahn und Karl Lauterbach, in den Koalitionsverhandlungen vereinbart haben. Und das hat es in sich. Zwar sinkt der Beitrag für die Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse erst einmal von 15,5 auf 14,6 Prozent. Die SPD feiert dies als einen „historischen Sieg“ über die ungeliebte merkelsche Kopfpauschale.

    Und doch könnte sich dies für die Sozialdemokraten noch als ein Bumerang erweisen. Denn die Entlastung der Versicherten wird nur von kurzer Dauer sein. Weil den Kassen auf einen Schlag rund elf Milliarden Euro im Jahr fehlen und Finanzminister Schäuble zudem die staatlichen Zuwendungen für den Gesundheitsfonds um 8,5 Milliarden Euro gekürzt hat, kommt spätestens dann, wenn die milliardenschweren Rücklagen aus den letzten Jahren aufgebraucht sind, ein neuer Griff in den Geldbeutel in Form von einkommensabhängigen Zusatzbeiträgen.

    Die Zeiten der üppigen Überschüsse gehen für AOK, DAK, Barmer und Co. somit ganz schnell zu Ende. Spätestens im Wahljahr 2017 könnte der Beitrag auf 16 Prozent steigen. Um diesen Schritt so lange wie möglich zu vermeiden, werden die Kassen wohl bei den Leistungen zu sparen versuchen. So oder so, die Reform geht immer zulasten der Versicherten.

    reda

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