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    LONDON

    Trump in der Rolle des Königsmachers

    BRITAIN-US-POLITICS-DIPLOMACY
    Am Dienstag gab es in London auch Proteste gegen den Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump. Foto: Isabel Infantes, afp

    Es herrschte spürbare Erleichterung in der Downing Street, als der gestrige Tag dem Ende entgegenging. Keine diplomatischen Eklats, keine Spitzen vonseiten des US-Präsidenten, keine Demütigungen gegenüber Premierministerin Theresa May – der zweite Tag während des Staatsbesuchs von Donald Trump im Königreich verlief nach Plan. Während am Montag Glanz und Gloria vor royaler Kulisse mit Queen Elizabeth II. im Vordergrund standen, rückte gestern das Geschäftliche in den Fokus. Und der Gast aus den USA, der immer wieder scharfe Kritik am Brexit-Kurs von May sowie ihrer Verhandlungsstrategie geäußert hat und stattdessen innerparteiliche Kontrahenten hochlobte, präsentierte sich während der gemeinsamen Pressekonferenz für seine Verhältnisse äußerst milde.

    Überraschend kam etwa, wie er die scheidende Regierungschefin, deren mit Brüssel vereinbarter Austrittsdeal drei Mal im Parlament gescheitert war, pries. „Sie ist wahrscheinlich eine bessere Verhandlungsführerin als ich“, sagte Trump und die Anwesenden in der ehrwürdigen Empfangshalle des Außenministeriums hoben erstaunt die Augenbrauen. „Sie verdienen viel Anerkennung“, richtete er sich an May. Die tritt am Freitag offiziell als Parteivorsitzende zurück.

    Derweil hat der Kampf um die Führung der Konservativen längst begonnen und es darf davon ausgegangen werden, dass sich Trump in der Rolle des Königsmachers gefällt. Mehrmals schon stellte er sich hinter den Ex-Außenminister und Brexit-Befürworter Boris Johnson, den aussichtsreichen Kandidaten für den Posten des Premiers. Mit seinen Sympathiebekundungen sorgt er bereits seit Tagen für einige Irritationen im Königreich.

    Während May gestern die „kostbare und tiefgreifende Freundschaft“ hervorhob, griff der US-Präsident zu gewohnten Superlativen. Es handele sich um „das bedeutendste Bündnis, das die Welt je gesehen hat“, sagte er über die besondere Beziehung der beiden Länder. Und stellte dann ein „phänomenales Freihandelsabkommen“ in Aussicht.

    Die Zahl der Demonstranten fiel deutlich geringer aus als erwartet. Einige Tausend zogen ab dem Vormittag durch die Straßen des Regierungsviertels. Fantasievoll ließen sie vor dem Westminster-Palast einen sechs Meter großen Ballon in Form eines Trump-Babys mit blonder Haartolle, Handy in der Hand und Ärger im orangefarbenen Gesicht in die Luft steigen. Vom Trafalgar Square zog ein knapp fünf Meter hoher Donald-Trump-Roboter los, dargestellt mit roter „Make America Great Again“-Mütze, heruntergelassener Hose und auf einer Goldtoilette sitzend.

    byl

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