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    Singapur (dpa / tmn)

    Fetzenfisch und Luxushotel im weltgrößten Aquarium in Singapur

    Manta-Rochen ziehen majestätisch vorbei, Leopardenhaie drehen ihre Runden, und ein mürrisch aussehender Zackenbarsch kurvt durch das Seegras. Und ganz hinten, da starren große Kinderaugen zurück auf den Betrachter. Das Becken «Offener Ozean» im größten Aquarium der Welt in Singapur lässt sich nämlich von zwei Seiten bestaunen: vorne zusammen mit Dutzenden Besuchern, die ihre Nase an die 70 Zentimeter dicke Acryl-Scheibe pressen, hinten ganz exklusiv.

    Auf der Rückseite des Beckens liegen die zweistöckigen Ocean Suites eines Luxushotels. Die Gäste dort haben ihr Exklusivschaufenster auf die Meeresbewohner - und Aquariumbesucher. Es kostet 2406 Singapur Dollar, schlappe 1410 Euro. Pro Nacht, versteht sich. «Die elf Suiten sind sehr populär», versichert die Sprecherin der Resort World Sentosa, Linette Lin.

    Die Singapur vorgelagerte Insel Sentosa wird seit Jahren zu einer großen Spaßzone ausgebaut. Es gibt Hotels und Restaurants, einen Freizeitpark, ein Kasino, und seit Ende vergangenen Jahres auch einen Wasserpark. Dazu gehört das S.E.A Aquarium . Nach Angaben der Firma RSW ist es das größte Aquarium der Welt.

    Die Zahlen: fast 43 Millionen Liter Wasser, 100 000 Meerestiere, 800 verschiedene Arten. Die Acrylscheibe für den Blick ins Ozeanbecken ist 36 Meter lang und 8,30 Meter hoch. Das Becken wird von einer Truppe von 40 Tauchern in Schuss gehalten.

    Neben den großen Becken gibt das Aquarium aber auch zahlreiche Geheimnisse des Meeres preis, zum Beispiel: Wie entwickelt sich ein Baby-Hai? In einem kleinen Wasserbecken ist an der Scheibe ein Vergrößerungsglas angebracht, und dadurch sind mehrere sehr lebhafte Mini-Haie in ihren Eierhüllen zu sehen. Die jungen Tiere sind nach dem Schlüpfen wie im richtigen Leben auf sich gestellt. Doch nicht alle Haie legen Eier: Der weiße Hai etwa bringt die Kleinen lebend auf die Welt.

    In einem anderen Basin schweben die ungewöhnlichen Fetzenfische aus australischen Gewässern im Schilf. Sie sind von den Pflanzen kaum zu unterscheiden. Das genau ist ihre Tarnung: Die mit dem Seepferd verwandten gelben und roten Fische haben am ganzen Körper Auswüchse wie Äste, mit Blättern daran.

    Ein paar Becken weiter zeigt das Aquarium Quallen in seltener Schönheit. Winzlinge von kaum einem Zentimeter schwimmen in dem einen Becken, große Quallen mit ein Meter langen Tentakeln in einem anderen. Die Becken werden in wechselnden Farben angestrahlt, die Quallen mit ihrer Zeitlupenbewegung sehen darin aus wie gerade entstehende Aquarellkunstwerke. Psychodelische Musik untermalt alles.

    Viele asiatische Besucher erkennen die Fische wieder - vom Fischmarkt. «Sie rufen begeistert: oh, lecker», sagt Lin vor dem Becken mit Tintenfischen. Singapurern dürfte auch bei den japanischen Riesenkrabben, den größten Gliederfüßlern der Welt, das Wasser im Mund zusammenlaufen. Sie können von der Spitze eines Beins bis zur Spitze des nächsten fast vier Meter messen. Singapurs Spezialität sind Pepper Crab und Chili Crab.

    Von Christiane Oelrich, dpa

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