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    Berlin

    Auf der Suche nach der Berliner Mauer

    Mauerreste
    Zeitzeugen: Mauerreste an der Gedenkstätte Berliner Mauer. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

    Berlin war rund 28 Jahre lang eine geteilte Stadt. Auf 155 Kilometern Länge trennte die Mauer West- von Ost-Berlin und vom Umland. Heute ist davon so gut wie nichts mehr zu sehen.

    „Die städtebauliche Wunde ist verheilt”, sagt Axel Klausmeier, Direktor der Stiftung Berliner Mauer . Für Berlin-Besucher ist das oft eine Enttäuschung - aber es gibt noch immer Orte, an denen die frühere Grenze nach wie vor sichtbar ist. Eine Auswahl:

    Symbol der Teilung: Bernauer Straße

    Einige Orte des Erinnerns gehören zur Stiftung, wie die Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße, die mit dem Mauerbau am 13. August 1961 zu einem Symbol der Teilung wurde. Denn die Fassaden der Häuser bildeten auf Ost-Berliner Seite die Grenze. Ganze Familien sprangen aus den Fenstern in den Westen, bis die Öffnungen zugemauert wurden. Die Gedenkstätte liegt am ehemaligen Grenzstreifen und ist 1,4 Kilometer lang. 220 Meter der Originalmauer sind hier erhalten. Allein 2018 kamen 1,1 Millionen Interessierte in die Gedenkstätte.

    Besuchermagnet: East Side Gallery

    Noch weit mehr Besucher zieht die East Side Gallery an: Jedes Jahr strömen laut der Stiftung drei Millionen Besucher in die Mühlenstraße, um das längste erhaltene Teilstück der Berliner Mauer zwischen dem Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke zu sehen. 118 Künstler aus 21 Ländern gestalteten kurz nach dem Mauerfall auf 1,3 Kilometern der früheren Betonelemente die längste Open-Air-Gallery der Welt. Inzwischen steht die Anlage unter Denkmalschutz.

    Mittendrin: Günter-Litfin-Gedenkstätte

    In insgesamt 280 Wachtürmen entlang der Berliner Mauer bewachten einst Soldaten die Grenze. „Heute sind noch 4 davon übrig”, erzählt Sören Marotz, Ausstellungsleiter des DDR-Museums . Einer davon steht in der Kieler Straße und ist inzwischen ein Gedenkort, der an eines der ersten Todesopfer an der innerdeutschen Grenze erinnert: Am 24. August 1961 versuchte Günter Litfin hier unweit des Turms die Flucht nach West-Berlin und wurde erschossen.

    Wie ein Rummel: Checkpoint Charlie

    Einen Hauch von Hollywood gibt es am Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße. An dem einstigen Grenzkontrollpunkt für Diplomaten und Ausländer standen sich nach dem Mauerbau US-amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber. Heute steht hier ein nachgebautes Wachhaus der US-Streitkräfte, vor dem lange Zeit Soldaten-Darsteller posierten - bis ihnen das Anfang November verboten wurde. Am Checkpoint Charlie drängeln sich meist unzählige Touristen für ein Erinnerungsfoto. Hier ist auch das private Mauermuseum zu finden.

    Leiser Ort: Parlament der Bäume

    Weniger aufgedreht erinnert das Parlament der Bäume an die deutsche Teilung. Wo heute das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus des Bundestages steht, hat der Aktionskünstler Ben Wagin nach dem Mauerfall ein Stück des Grenzstreifens bepflanzt sowie Bilder und Texte installiert. 58 authentische Mauerteile wurden künstlerisch bearbeitet. Die Granitplatten nennen 258 Namen von Maueropfern.

    Baudenkmal: Berliner Mauer am NS-Dokumentationszentrum

    Nicht weit entfernt vom Checkpoint Charlie steht das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors . Hier waren während der NS-Herrschaft die Zentralen der Geheimen Staatspolizei, der SS und des Reichssicherheitshauptamts. Und während der deutschen Teilung verlief an der Niederkirchnerstraße die Grenze zwischen den Berliner Bezirken Mitte im Osten und Kreuzberg im Westen. Rund 200 Meter der Mauer sind hier noch erhalten geblieben.

    Versteckte Reste der Mauer

    In manchen Ecken Berlins gibt es noch für den Denkmalschutz bisher unerschlossene Reste der Mauer, zum Beispiel in Pankow. In der Dolomitenstraße stehen dort noch etwa 60 Meter Hinterlandmauer, versteckt an der Rückseite einer Reihe von Garagen auf dem Hof eines Mehrfamilienhauses. Graffiti-Künstler haben diesen Abschnitt für sich entdeckt und die Mauer entlang von Bahnschienen bunt bemalt.

    Suche abseits der Touristenströme

    Ein weiterer versteckter Ort, der es aus Sicht von Axel Klausmeier in sich hat, befindet sich im Südwesten der Stadt: Am Groß Glienicker See verläuft heute die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg, früher war das die zwischen West und Ost. Die Gegend ist landschaftlich sehr reizvoll - umso irritierender ist deshalb das Stück Mauer, das sich am nördlichen Rand des Sees befindet. „Die Mauer steht plötzlich da”, erklärt Klausmeier. „Fast wie ein senkrechtes Erinnerungsmal.”

    Liesenstraße in Berlin-Mitte
    Direkt über den katholischen Domfriedhof in der Liesenstraße in Berlin-Mitte verlief damals die Grenze - auch hier stehen noch Mauerreste. F. Foto: Maurizio Gambarini/dpa/dpa-tmn
    Zimmerstraße in Berlin-Mitte
    Pflastersteine markieren den früheren Mauerverlauf auf der Zimmerstraße in Berlin-Mitte. F. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Axel Klausmeier
    Axel Klausmeier ist Direktor der Stiftung Berliner Mauer. Foto: Jörg Carstensen/dpa/dpa-tmn
    Groß Glienicker See
    Am Groß Glienicker See verläuft heute die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg - früher war es die zwischen West und Ost. F. Foto: Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa-tmn
    Sören Marotz
    Sören Marotz ist Ausstellungsleiter des Berliner DDR-Museums. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
    Überreste der Hinterlandmauer
    In Pankow finden sich an versteckter Stelle noch Überreste der Hinterlandmauer. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
    Parlament der Bäume
    Am Parlament der Bäume wurde ein Stück des Grenzstreifens bepflanzt und Mauerteile wurden künstlerisch bearbeitet. Foto: Sophia Kembowski/dpa/dpa-tmn
    Topographie des Terrors
    Am Dokumentationszentrum Topographie des Terrors sind rund 200 Meter der Mauer erhalten geblieben. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Mauerpark
    Im Mauerpark im Stadtteil Prenzlauer Berg stehen noch Reste der Hinterlandmauer. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    Betonplatte mit Panzersperre
    Der Mauerpark soll wieder Gedenkort werden: Im September wurde eine originale Betonplatte mit Panzersperre installiert, die früher die Durchfahrt zwischen Osten und Westen verhindern sollte. Foto: Andreas Gora/dpa/dpa-tmn
    Löcher in den Mauerresten
    Spuren des Mauerfalls: Bei der Topographie des Terrors sind große Löcher in den Mauerresten zu sehen. F. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Trabi
    Trabi in Fahrt: Am Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie in der Friedrichstraße standen sich früher US-amerikanische und sowjetische Panzer gegenüber. F. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Souvenirhändler
    Ein bisschen Rummelcharakter gehört dazu: Souvenirhändler am Checkpoint Charlie. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Wachhaus der US-Streitkräfte
    Besuchermagnet: Am einstigen Grenzkontrollpunkt Checkpoint Charlie steht heute ein nachgebautes Wachhaus der US-Streitkräfte. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Kieler Straße
    Der Wachturm an der Kieler Straße ist inzwischen ein Gedenkort und erinnert an Günter Litfin, der 1961 bei einem Fluchtversuch erschossen wurde. F. Foto: Matthias Stange/Stiftung Berliner Mauer/dpa-tmn
    Millionen Touristen
    Millionen Touristen strömen jährlich zur East Side Gallery an der Mühlenstraße. F. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    Berliner Mauer
    Die East Side Gallery ist das längste erhaltene Teilstück der Berliner Mauer. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    Ehemalige Grenzanlage
    Überreste der ehemaligen Grenzanlage mit Wachturm sind an der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße erhalten. F. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    Mauermuseum
    Am Checkpoint Charlie steht ein privates Mauermuseum. Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn
    Dokumentationszentrum
    Im Dokumentationszentrum an der Bernauer Straße können sich Besucher über die Teilung informieren. F. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    East Side Gallery
    Open-Air-Gallery: Eines der bekannteren Motive an der East Side Gallery ist Dmitri Wrubels „Bruderkuss”. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    Fenster des Gedenkens
    Das Fenster des Gedenkens an der Gedenkstätte Berliner Mauer zeigt Porträts von Todesopfern des Grenzregimes. Foto: Robert Günther/dpa-tmn
    Bernauer Straße
    Stahlstelen und Mauerreste markieren den ehemaligen Grenzstreifen an der Bernauer Straße. F. Foto: Robert Günther/dpa-tmn

    Von Falk Zielke, dpa

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