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    Berchtesgaden

    Sieben Tipps für Trips unter Tage

    Wunder der Natur
    Die linke Quellgrotte in den Saalfelder Feengrotten. Foto: Matthias Frank Schmidt/Feengrotten/dpa-tmn

    Winterurlaub in Deutschland? Das heißt Skifahren, Museen oder Strandspaziergänge an der See. Doch es geht auch anders. Höhlen, Grotten, Keller, Stollen und Bunker laden zu Entdeckungen unter Tage ein. Geschützt vor Regen, Wind und Schnee. Sieben Anregungen für lohnenswerte Ausflüge in die Unterwelt.

    Salzluft in der Tiefe des Berges

    Was ist das für ein Gefühl, in einem Stollen zu übernachten? Eine Antwort auf diese Frage gibt es in Berchtesgaden. Hier können Besucher der Spur des Salzes in ein 500 Jahre altes Salzbergwerk folgen - und in einem 850 Quadratmeter großen Salzheilstollen die Nacht verbringen. Weil die Luft in der Halle zusätzlich mit Salzionen angereichert wird, entsteht ein Klima, das nicht nur zur Erkältungszeit die Gesundheit fördern kann. Die Akustik lässt sich zum Beispiel bei Konzerten erleben. (www.salzbergwerk.de, www.salzheilstollen.com)

    Erdgeschichte hautnah

    Ein Korallenriff im Harz? Klingt unwirklich. Doch der Iberg im Oberharz hat eine lange Reise hinter sich. Mit der Kontinentalverschiebung ist das ehemalige Riff aus der Südsee auf die nördliche Halbkugel gelangt. In der viele Millionen Jahre alten Tropfsteinhöhle bezeugen auch versteinerte Meeresbewohner die bewegte Geschichte. Sinterkaskaden und mächtige Bodentropfsteine stammen aus jüngerer Zeit. Im Museum des Höhlenerlebniszentrums sind rund 3000 Jahre alte Knochen aus einem bronzezeitlichen Höhlengrab ausgestellt. (www.hoehlen-erlebnis-zentrum.de)

    Zwangsarbeit unter Tage

    In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges wurden weite Teile der deutschen Rüstungsindustrie und damit die KZ-Zwangsarbeit unter Tage verlegt. So mussten auch mehr als 60 000 Menschen in den Stollen des KZs bei Nordhausen im Harz in Zwangsarbeit eine unterirdische Raketenfabrik ausbauen. Jeder dritte Häftling starb. Einen geschichtswissenschaftlich fundierten Einblick in das Ausmaß der Menschrechtsverletzungen der NS-Diktatur erhalten Besucher bei Führungen über das einstige Lagergelände und durch die Stollen in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora. (www.buchenwald.de

    Märchenhafter Farbreichtum

    Sie schimmern blau, grün, rötlich, gelb oder violett: Mit der Pracht von 75 Farben haben es die Saalfelder Feengrotten sogar bis ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft. Die „farbenreichsten Schaugrotten der Welt” verändern sich ständig. Denn das Weichmineral Diadochit lässt die Tropfsteine ein bis drei Zentimeter pro Jahr wachsen. Das Erlebnismuseum Grottoneum informiert über die Entstehung des ehemaligen Schieferbergwerks. (www.feengrotten.de)

    Relikt des Kalten Krieges

    In der alten Bundesrepublik war er über zwei Jahrzehnte lang eines der bestgehüteten Geheimnisse: Der Bunker der Deutschen Bundesbank in Cochem an der Mosel. Gut getarnt unter der Erde in einem Atombunker lagerten 15 Milliarden Deutsche Mark für den Ernstfall. Zur Aufbewahrung der geheimen Notstandswährung BBK II wurde eine 1500 Quadratmeter große Tresoranlage benötigt. Nach der Restaurierung haben Besucher seit 2016 die Möglichkeit, die Dokumentationsstätte der bundesdeutschen Geschichte zu besichtigen. (www.bundesbank-bunker.de)

    Auf den Spuren der Bergleute

    In Nuttlar können Besucher den Schieferabbau noch so erleben, wie er vor über 100 Jahren im Sauerland praktiziert wurde. Bei den Führungen wird Wert auf Authentizität gelegt. Auf Annehmlichkeiten wie elektrisches Licht, geschotterte Wege, betonierte Stufen oder Stahlgeländer wird bewusst verzichtet. Wie bei den Bergleuten sorgt lediglich eine Lampe am Bergwerkshelm für Orientierung auf dem Weg in den Berg, dessen Stollenlabyrinth sich auf fünf Sohlen über 20 Kilometer erstreckt. Der Lichtschein lässt die Kulisse aus haushoch gestapelten Schiefermauern, unterirdischen Seen, Schiefertreppen, schmalen Gängen und riesigen Abbaukammern noch imposanter erscheinen. (www.schieferbau-nuttlar.de)

    Bacchus-Gewölbe an der Mosel

    Der unterkellerte Stadtkern von Traben-Trarbach erinnert heute noch daran, dass die Stadt an der Mosel um 1900 als zweitgrößter Weinumschlagplatz Europas galt. In dem verzweigten Netzwerk aus historischen Schiefer- und Sandsteinkellern können 32 Kellergewölbe besichtigt werden. Auf geführten Ausflügen in die Unterwelt haben Besucher Gelegenheit, mehr über den historischen Weinbau und die alte Kellertechnik zu erfahren. Außerhalb der Führungen ist es möglich, sich auf einer QR-Code-Tour über die einzelnen Keller zu informieren. (www.unterwelt-ausflug.de, www.mosel-wein-nachts-markt.de)

    Relikte aus der Bronzezeit
    Uralte Knochen im Museum des Höhlenerlebniszentrums im Harz. Foto: Lisa Koschnitzke-Wirth/Höhlenerlebnis Zentrum HEZ/dpa-tmn
    Für den Notfall
    15 Milliarden Deutsche Mark lagerten während des Kalten Krieges im Bunker der Deutschen Bundesbank in Cochem an der Mosel. Foto: Reuter & Reuter GbR/Bundesbank-Bunker Cochem/dpa-tmn
    Bunker der Deutschen Bundesbank
    Tonnenschwere Tresortür im Bunker der Deutschen Bundesbank - dahinter lagerte Geld für den Ernstfall. Foto: Reuter & Reuter GbR/Bundesbank-Bunker Cochem/dpa-tmn
    Höhlenerlebniszentrum
    Im Museum des Höhlenerlebniszentrums im Harz - hier sind Knochen aus einem Bronzezeit-Grab ausgestellt. Foto: Günter Jentsch/Höhlenerlebnis Zentrum HEZ/dpa-tmn
    Märchendom
    Märchendom der Saalfelder Feengrotten: Das Gestein schillert in verschiedenen Farben. Foto: Matthias Frank Schmidt/Feengrotten/dpa-tmn
    Beklemmendes Erlebnis
    Über die KZ-Zwangsarbeit unter dem Nazi-Regime können sich Besucher in den Stollen der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora informieren. Foto: Claus Bach/KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora/dpa-tmn
    Salzheilstollen
    Im Salzheilstollen in Berchtesgaden wird auch Wellness angeboten - die Luft soll bei Atemwegserkrankungen helfen. Foto: Salzheilstollen Berchtesgaden/dpa-tmn
    Schieferbergwerk Nuttlar
    Stollen im Schieferbergwerk Nuttlar: Führungen kommen ohne großen Komfort aus. Foto: Bülent Kantar/Schieferbergwerk Nuttlar/dpa-tmn
    Schwimmend unter der Erde
    Im Schieferbergwerk Nuttlar ist Höhlentauchen möglich. Foto: Björn Dorstewitz/Schieferbergwerk Nuttlar/dpa-tmn
    Heilstollen
    Liegen im Salzbergwerk Berchtesgaden - im Heilstollen können Besucher eine Nacht verbringen. Foto: Salzheilstollen Berchtesgaden/dpa-tmn
    Unterwegs wie Bergleute früherer Tage
    Bei Führungen durch das alte Schieferbergwerk Nuttlar im Sauerland wird auf Annehmlichkeiten verzichtet. Foto: Paul Deakin/Schieferbergwerk Nuttlar/dpa-tmn
    Weinkeller in Traben-Trarbach
    Zum Themendienst-Bericht von Catharina Puppel vom 5. Dezember 2019: Festlich geschmückt zeigt sich der Weinkeller in Traben-Trarbach - beim Mosel-Wein-Nachts-Markt. Foto: Jan-Gerrit Baumann/Weinkeller Traben-Trarbach/dpa-tmn
    Schieferbergwerk Nuttlar
    Ein Gefühl von Größe in der Enge unter Tage - unterwegs im Schieferbergwerk Nuttlar. Foto: Michael Straßburger/Schieferbergwerk Nuttlar/dpa-tmn
    Bacchus-Gewölbe an der Mosel
    Weihnachtsmarkt im Bacchus-Gewölbe an der Mosel - dort können Besucher sonst etwas über den Weinbau und die alte Kellertechnik in Traben-Trarbach erfahren. Foto: G. Weyrich/Weinkeller Traben-Trarbach/dpa-tmn
    Iberger Tropfsteinhöhle
    Blick in die Iberger Tropfsteinhöhle im Harz: Hier tauchen Besucher tief in die Erdgeschichte ein. Foto: Günter Jentsch/Höhlenerlebnis Zentrum HEZ/dpa-tmn

    Von Catharina Puppel, dpa

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