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    MÜNNERSTADT

    Der Konjunktur-Funke springt über

    Die Lage wird besser: Zwei der drei großen Münnerstädter Betriebe sehen optimistisch in die Zukunft, die dritte Firma sieht zumindest die Talsohle erreicht. Foto: ArchivIsolde Krapf

    Der Konjunkturfunke springt für die Münnerstädter Betriebe allmählich wieder über. Das gilt allerdings nicht für alle. Während die Firmen Löwinger und Vorndran weitaus optimistischer in die Zukunft sehen, als noch vor einem halben Jahr, kämpft Remog noch mit den Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise.

    „Die Auslastung ist nicht zufriedenstellend“, sagt der stellvertretende Geschäftsführer Markus Müller. Die Talsohle sei zwar durchschritten, aber das Tal doch sehr breit. Nach wie vor arbeiten bis zu 30 Prozent der rund 200 Personen starken Belegschaft kurz. Und das wird bei dem Präzisionsteilehersteller wohl auch noch eine Weile so bleiben. Deshalb wünscht sich Müller auch, dass die Regierung Überlegungen in die Tat umsetzt, die Kurzarbeiterregelung auf 2011 zu verlängern.

    Raumfahrt im Sinkflug

    Denn erst im Laufe des Jahres 2012 rechnet er wieder mit einem vernünftigen Auslastungsniveau. Der Industrie- und Mobilhydraulikbereich war schon Anfang 2009 um bis zu 50 Prozent eingebrochen. Zwar sei jetzt eine Steigerung von zehn bis 20 Prozent festzustellen, so Müller, bis aber das Niveau vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreicht sei, werde es noch lange dauern.

    Im zweiten Halbjahr 2009 setzte dann der drastische Sinkflug im Luftfahrtbereich ein. Hier liege das Problem bei der nach wie vor schwachen Nachfrage bei den Hubschraubern. Konsequenzen aus der anhaltenden Flaute sind laut Müller derzeit aber noch nicht abzusehen.

    Auf Vorkrisen-Niveau

    Ganz anders ist die Lage dagegen bei der benachbarten Firma Löwinger, die mit ihren rund 60 Mitarbeitern Glasbearbeitungsmaschinen, aber auch Glaserzeugnisse herstellt. Die Nachfrage habe auf breiter Front angezogen, zeigte sich Firmenchefin Renate Löwinger im Gespräch mit der Main-Post erleichtert. Auch wenn gerade auf dem Gebiet von Serienteilen, die etwa ein Drittel des Umsatzes der über 60 Jahre alten Firma ausmacht, ein harter Preiskampf im Gang ist. Es gebe Firmen, die offensichtlich unter den Herstellungskosten anbieten, sagt Renate Löwinger. Schon wieder auf Vorkrisen-Niveau befinden sich die Glasherstellung und der Maschinenbau, so dass eine Auslastung für das nächste halbe Jahr gesichert ist. Was natürlich auch zu einer drastischen Reduzierung der Kurzarbeit führt.

    Optimistisch sieht auch Tiemo Vorndran, Juniorchef bei Metallbau-Vorndran in Kleinwenkheim, die Lage. Auch in der tiefsten Krise musste keiner der rund 200 Beschäftigten kurzarbeiten. „Es läuft gut“, sagt Vorndran mit Blick auf das Auftragsbuch, das zumindest bis Jahresmitte gefüllt ist. Zwar ist das Auftragsaufkommen im Anlagenbau und Wartung aus der Großindustrie immer noch recht mau, dafür läuft auf dem Bausektor derzeit mehr. Aber auch in den Anlagenbau ist Bewegung gekommen. „Bis Ende des Jahres wird es wieder losgehen“, ist Vorndran sicher.

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    Von unserem Redaktionsmitglied Michael Petzold

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