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    KARLSTADT

    Handwerk will Kreditmediatoren

    Am Podium beim Wirtschaftsclub der SPD: (von links) der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Mainfranken, Dr. Rudolf Fuchs, die Landtagsabgeordneten Harald Schneider und Inge Aures sowie Walter Heußlein, der Vizepräsident der Handwerkskammer Unterfranken. Foto: SPD-Bürgerbüro

    (hr) Vertreter aus Politik, Handwerk und Banken sprachen in Karlstadt über die Folgen und Konsequenzen der Finanzkrise. Eingeladen hatten hierzu der Wirtschaftsclub der Bayern-SPD und MdL Harald Schneider. Es moderierte Dr. Heinz Kaiser, der Vorsitzende des Wirtschaftsclubs der SPD. Als fachkundige Referenten konnte MdL Harald Schneider, Dr. Rudolf Fuchs (Vorstandsvorsitzender Sparkasse Mainfranken), Walter Heußlein (Vizepräsident der Handwerkskammer) und die Abgeordnete Inge Aures (Mitglied des Untersuchungsausschusses zur Bewältigung der Krise der Bayern-LB) begrüßen.

    SPD-Landtagsabgeordneten Harald Schneider führte ins Thema ein und betonte: „Verlierer der Krise war der kleine Mann, aber auch der Mittelstand.“ Rudolf Fuchs gab einen sehr kompakten und informativen Überblick über Ursachen und Verlauf der Finanzkrise seit 2007. Auslöser war die Niedrigzinspolitik der Banken in den USA, welche es vielen Menschen viel zu leicht machte, Kredite zu bekommen, die diese später nicht zurückzahlen konnten.

    Profitgier an vielem schuld

    Ein grundlegendes Übel sei auch eine allgemeine Profitgier gewesen. Fuchs warnte davor, sich bei Anlagen von hohen Zinsen blenden zu lassen: „Höhere Zinsen bedeuten höheres Risiko.“ Fuchs plädierte für Verbesserung im Verbraucherschutz und bei der Kundenberatung. Bei den Banken habe man jedenfalls Lektionen aus der Finanzkrise gelernt, so Fuchs. Man wolle einfachere und verständlichere Finanzprodukte anbieten. Von der Politik erwarte man klare Regelungen, es dürfe aber auch nicht überzogen werden.

    „Was wäre das Leben ohne das Handwerk?“, fragte Walter Heußlein von der Handwerkskammer für Unterfranken. Als Probleme der Betriebe nannte Heußlein unter anderem den Termin- und Preisdruck und den Mangel an Nachwuchskräften. Kernthema sei aber die Sicherung der Finanzen von Handwerksbetrieben. So kritisierte Heußlein, dass Handwerksbetrieben teilweise Kredite von Banken für Aufträge verweigert würden, wenn diese nach Ansicht der Banken zu groß für die Betriebe seien. Heußlein setzte sich daher auch für Kreditmediatoren ein und forderte die Einrichtung eines regionalen Ratings ein, um das Handwerk zu unterstützen: „Der Konjunkturmotor Handwerk muss erhalten bleiben“, so Heußlein.

    Inge Aures berichtete über die Arbeit des Gremiums, welches die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Kauf der österreichischen Bank Hypo Alpe Adria Group beleuchtet. Bei dem Kauf habe es viele Ungereimtheiten gegeben: „Das Ganze war ein abgekartetes Spiel“, so Aures.

    Weder der Bayerische Landtag noch die Sparkassen seien damit befasst worden und hatten dem Kauf demnach nicht zustimmen können. Entschieden habe eine ganz kleine Gruppe über den Kauf der maroden Bank. Letztlich musste der Freistaat Bayern zehn Milliarden zur Rettung der BayernLB bereitstellen.

    Laut Aures liege hier ein „klarer Fall von Korruption“ vor und deshalb werde man in der Kommission auch die politische Verantwortlichkeit der Beteiligten prüfen – insbesondere das Sponsoring von drei Millionen Euro für das Fußballstadion in Klagenfurt.

    Es folgte eine lebhafte Diskussion.

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