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    Schweinfurt / Herzogenaurach

    Flaute der Autobranche: Schaeffler weitet Krisenplan aus

    Die Flaute in der Autobranche zwingt den Zulieferer Schaeffler, weiter gegenzusteuern. Folge: Arbeitszeit wird reduziert. Bleibt die Frage, was in Schweinfurt passiert.
    Der fränkische Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler hat Gegenwind. Er muss die Arbeitszeit von Beschäftigten reduzieren, um der Flaute der Autoindustrie entgegenzusteuern. Foto: Daniel Karmann, dpa

    Der von der Flaute der Autobranche betroffene Zulieferer Schaeffler muss seinen Krisenplan ausweiten: Vom 1. Dezember an sollen die Verträge von Mitarbeitern, deren Arbeitszeit von 35 auf 40 Stunden erhöht wurde, wieder mit einer entsprechenden Gehaltsanpassung auf die tariflich vereinbarte 35-Stunden-Woche zurückgeführt werden, sagte Unternehmenssprecherin Bettina Lichtenberg am Mittwoch in der Konzernzentale in Herzogenaurach. Zuerst hatte das Portal BR24.de berichtet.

    Fragezeichen rund um den Schaeffler-Standort Schweinfurt

    Die Reduzierung der Arbeitszeit gelte für erste Unternehmensbereiche, anschließend solle über die gleiche Maßnahme in weiteren Bereichen entschieden werden. Ob auch der Standort Schweinfurt mit seinen 6500 Beschäftigten betroffen sein wird, "kann ich im Moment noch nicht sagen", so die Sprecherin gegenüber dieser Redaktion.

    Schweinfurt ist die Zentrale der Schaeffler-Sparte Industrie, hat also vergleichsweise wenig mit der Autobranche zu tun. Dennoch ist auch dort die Konjunkturflaute zu spüren: Die Arbeit in den Werken am Main werden am verlängerten Wochenende 4./5. Oktober stillstehen. Das wurde Anfang August angekündigt. Dabei bleibe es, sagte Lichtenberg am Mittwoch.

    Die Schweinfurter Belegschaft werde an den beiden Tagen Überstunden abbauen oder Urlaub nehmen. In der Zukunft werde darauf geachtet, dass keine neuen Überstunden anfallen. Welches Volumen der Arbeitszeitabbau an den beiden Tagen in Schweinfurt hat, konnte die Sprecherin nicht sagen. Insgesamt sei es ein Standort, "dem es gut geht" und an dem es "gut was zu tun gibt".

    Wo die Reduzierung greifen wird

    Lichtenberg zufolge sind Schaeffler-Standorte ohne Tarifbindung sowie der badische Standort Bühl, wo ein anderer Tarifvertrag gelte, von der am Mittwoch angekündigten Reduzierung auf die 35-Stunden-Woche ausgenommen. Zusätzlich werde im Werk Erlangen-Frauenaurach von September an für 250 der 500 Mitarbeiter die Kurzarbeit beginnen.

    Die Schaeffler AG leidet unter dem Produktionsrückgang in der Autobranche und unter dem technologischen Veränderungsdruck vom Verbrenner zu alternativen Antrieben. Bereits im März hatte das Unternehmen einen Krisenplan vorgestellt, der unter anderem die Möglichkeit von Kurzarbeit und zusätzliche Schließtage an Brückentagen vorsieht. "Ziel der gesamten Maßnahmen ist es weiterhin, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden", sagte die Sprecherin.

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