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    Nürnberg / Würzburg

    Flughafen Nürnberg startet erneut durch

    Klein, aber fein: Der Flughafen in Nürnberg hat viel Aufwind und meldet einen Rekord. Das hat auch mit Mainfranken zu tun.
    Seit 2014 ist der Nürnberger Flughafen nach dem Maler Albrecht Dürer benannt. Der Airport profitiert vor allem von Urlaubern.
    Seit 2014 ist der Nürnberger Flughafen nach dem Maler Albrecht Dürer benannt. Der Airport profitiert vor allem von Urlaubern. Foto: Daniel Karmann, dpa

    Der Albrecht-Dürer-Flughafen in Nürnberg ist seit Jahren im Aufwind. 2018 sei gar ein Rekordjahr gewesen, was die Zahl der Passagiere angeht, teilte die Betreibergesellschaft am Dienstag mit. Demnach nutzten 4,5 Millionen Fluggäste den Airport im Norden der Stadt für An- oder Abflug, das sind 6,7 Prozent mehr als 2017.

    Vor allem der Tourismus habe zu der größten Passagierzahl in der 64-jährigen Flughafengeschichte beigetragen, heißt es in der Mitteilung weiter. Spitzenmonat war der August mit allein 500 000 Fluggästen, darunter der 19. August mit knapp 21 000 als Top-Wert.

    Der Tourismus zieht das Geschäft nach oben

    Dass die Touristen die Zugpferde des guten Geschäftes sind, zeigen die beliebtesten Zielflughäfen: Antalya in der Türkei, die spanischen Inseln Palma de Mallorca und Fuerteventura, Heraklion auf Kreta sowie Hurghada in Ägypten - allesamt populäre Urlaubsziele. Stark im Kommen ist auch Osteuropa gewesen, hier vor allem die Ukraine, Litauen und Polen.

    Der Nürnberger Flughafen ist etwa eine Autostunde von Würzburg entfernt und hat wohl schon deshalb eine Sogwirkung auch nach Mainfranken. So starteten oder landeten 2017 etwa 166 000 Menschen aus der Region in Nürnberg, was laut Betreibergesellschaft vier Prozent des gesamten Passagieraufkommens in jenem Jahr entspricht. 2018 werden es voraussichtlich 200 000 Passagiere sein, teilte Flughafensprecher Christian Albrecht am Dienstag auf Anfrage mit. Genaue Zahlen dazu gebe es erst im Mai. Sicher sei aber schon jetzt: 90 Prozent der Passagiere aus Mainfranken sind Privat-, also keine Geschäftsreisenden.

    Und trotzdem gibt es ein Minus

    Leicht ins Minus rutschte der Nürnberger Flughafen im vergangenen Jahr mit dem Linienverkehr. Die Zahl der Passagiere ging hier der Mitteilung zufolge im Jahresvergleich um 0,9 Prozent zurück. Grund dafür sei das Aus der insolventen Air Berlin gewesen, was sich vor allem auf die innerdeutschen Flüge ausgewirkt habe.

    Der Nürnberger Flughafen versteht sich als Drehkreuz für Nordbayern.
    Der Nürnberger Flughafen versteht sich als Drehkreuz für Nordbayern. Foto: Daniel Karmann, dpa

    Dass Air Berlin vom Markt verschwand, ist zum Vorteil für die Fluggesellschaft Germania geworden. Die Berliner stehen in Nürnberg nach Flughafenangaben mittlerweile auf Platz eins im Bereich Touristik.

    Von Nürnberg aus steuern Flugzeuge Ziele in 27 Ländern an. Airport-Geschäftsführer Michael Hupe geht für 2019 von weiterem Wachstum aus. Schon deshalb, weil neue Ziele in Italien (Crotone, Pisa und Neapel) sowie in Kroatien (Split und Zadar) ins touristische Liniennetz aufgenommen werden.

    Bundesweit im Mittelfeld

    Der Albrecht-Dürer-Flughafen liegt nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen bei den Passagierzahlen auf Platz zehn unter den 22 großen Airports in Deutschland. Spitzenreiter ist Frankfurt/Main mit 65 Millionen Passagieren pro Jahr.

    Nürnberg sticht indes mit seinem Wachstum hervor: 2017 war der Airport mit einem Jahres-Plus von 20,1 Prozent bei den Fluggastzahlen nach Münster/Osnabrück und zusammen mit Erfurt auf Platz zwei bundesweit gelandet.

    In anderer Hinsicht liegt Nürnberg in Deutschland sogar an der Spitze: Das Fachmagazin "Business Traveller" kürte Mitte 2018 in einer Leserumfrage den fränkischen Airport vor Bremen und Düsseldorf als besten Flughafen für Geschäftsreisende.

    Nürnberg ist Drehkreuz für Franken und mehr

    Die Betreibergesellschaft in Nürnberg gehört je zur Hälfte dem Freistaat Bayern und der Stadt Nürnberg. Der Flughafen ist seit Jahren im Aufwind. So stiegen die Flugbewegungen zwischen 2014 und 2017 fast kontinuierlich auf zuletzt 64 111. Das Passagieraufkommen nahm in den vergangenen vier Jahren um gut ein Drittel zu. Auf dem Airport arbeiten knapp 1000 Menschen. Der Umsatz lag 2017 bei 106 Millionen Euro (2014: 87 Millionen Euro).

    Die Betreiber sehen den Nürnberger Flughafen als Drehkreuz für Franken, die Oberpfalz sowie Teile Thüringens und Baden-Württembergs. Insofern sei der Airport für diese Region eine wichtige Ergänzung zu den jeweils rund 200 Kilometer entfernten Großflughäfen in Frankfurt, München und Stuttgart.

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