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    Iphofen

    Knauf holt sich dritten Chef in die Konzernspitze

    Jörg Kampmeyer wechselt zum Jahreswechsel von Hilti in die Konzernleitung von Knauf in Iphofen. Foto: Reinhard Fasching

    Der mainfränkische Baustoffkonzern Knauf hat kräftigen Rückenwind für sein internationales Geschäft bekommen. In diesem Zusammenhang meldet das Familienunternehmen aus Iphofen (Lkr. Kitzingen) eine hochrangige Personalie: Jörg Kampmeyer wechselt am 1. Januar 2020 vom Werkzeughersteller Hilti in die oberste Chefetage von Knauf.

    Alexander Knauf (rechts) und Manfred Grundke führen den Knauf-Konzern. Kampmeyer wird ab 2020 der Dritte im Bunde sein. Foto: Daniel Biscan

    Der 51-Jährige wird dort geschäftsführender Gesellschafter und damit gleichberechtigt neben Alexander Knauf und Manfred Grundke stehen, die seit Jahren in persönlicher Haftung die Geschicke des Konzerns lenken. Grundke rückte vor elf Jahren an die Spitze des Konzerns. Zuvor war er Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG in Lohr gewesen.

    Nach Knauf-Angaben wird Kampmeyer unter anderem für die digitalen Projekte, das Marketing der Firmengruppe sowie für die Geschäfte in Zentraleuropa, Nordeuropa, Westeuropa, Südamerika und den Mittleren Osten verantwortlich sein. Er bringe Erfahrung mit im Bereich Digitales und Marketing, die bislang in dieser Form im Konzern nicht vorhanden sei, heißt es in der Knauf-Mitteilung weiter.

    Woher Kampmeyer kommt

    Kampmeyer ist seit 2011 Finanzchef und damit Mitglied der Hilti-Konzernleitung, die ihren Sitz in Liechtenstein hat. Der Top-Manager verantwortet unter anderem das Digitalgeschäft und das  Marketing.

    Indes gibt die spektakuläre und milliardenschwere Übernahme des US-Konkurrenten USG im vergangenen Jahr Knauf offenbar mächtig Schub. Wie Geschäftsleiter Jörg Schanow gegenüber dieser Redaktion verdeutlichte, habe der Konzern mit USG auch eine 50-prozentige Beteiligung an einem Joint Venture mit dem australischen Baustoffunternehmen Boral erworben.

    Wo und warum Knauf zurzeit deutlich wächst

    Folge: Knauf werde weltweit die Nummer eins der Gipsindustrie, so Schanow. Ende August 2019 habe sich Knauf mit Boral darauf verständigt, seine Fabriken in China und Südostasien in dieses Joint Venture einzubringen. Das Joint Venture wiederum verkaufe das Geschäft im Mittleren Osten an Knauf und das Geschäft in Australien an Boral. Der Umsatz der Knauf-Gruppe werde 2019 wahrscheinlich deutlich über elf Milliarden Euro liegen (2018: 7, 2 Milliarden).

    Gewachsen sind die Iphöfer auch in einem anderen Segment: Im November 2017 habe Knauf das Geschäft mit Deckenplatten in Europa, dem Mittleren Osten, Russland und Asien vom US-Hersteller Armstrong World Industries übernommen. Kaufpreis laut Mitteilung: umgerechnet knapp 300 Millionen Euro.

    Kartellrechtliche Auflagen hätten die Realisierung des Geschäfts bislang verhindert. Mit einer Freigabe der Europäischen Kommission sei aber "in den nächsten Wochen zu rechnen", so Schanow. Durch die Übernahme von Armstrong-Teilen gehen neun Fabriken mit zusammen etwa 1800 Beschäftigten in 36 Ländern an Knauf. Der Konzern werde damit auch in diesem Bereich weltweiter Marktführer.

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