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    Würzburg

    Welchen Stellenwert die Künstliche Intelligenz hat

    Verdrängt Künstliche Intelligenz die menschliche? Nein, sagen Experten. Foto: Getty Images (Symbolbild)

    Aufpassen ja, verteufeln nein: Das war die Kernaussage einer Podiumsdiskussion zu Künstlicher Intelligenz (KI) am Donnerstag in Würzburg. KI biete auch in Mainfranken enorme Chancen, lautete eine andere Botschaft.

    Die Veranstaltung der Universität Würzburg mit nahezu 300 Gästen hing mit dem "Wissenschaftsjahr 2019" des Bundesbilungsministeriums zusammen. Teil war zudem die mehrwöchige KI-Serie dieser Redaktion in Zusammenarbeit mit Uni und Hochschule für angewandte Wissenschaft Würzburg-Schweinfurt (FHWS). Medienpartner aus der Region waren zudem der Bayerische Rundfunk (BR) und die Vogel Communications Group.

    Diskutierten intensiv über Künstliche Intelligenz: Staatsministerin Dorothee Bär (von links), Moderator Eberhard Schellenberger, Uni-Professor Andreas Hotho, Matthias Bauer von der Vogel Communications Group und Michael Wrensch vom Automobilzulieferer Brose. Foto: Silvia Gralla

    Auf dem Podium im Vogel Convention Center (VCC) stellten sich die für Digitalisierung zuständige Bundesstaatsministerin Dorothee Bär (CSU), Uni-Professor Andreas Hotho, Geschäftsführer Matthias Bauer von der Vogel Communications Group in Würzburg sowie Michael Wrensch von der Entwicklungsabteilung des fränkischen Automobilzulieferers Brose den Fragen von Moderator Eberhard Schellenberg (BR).

    Vor allem der aus den Haßbergen stammenden Politikerin Bär war es wichtig zu betonen, dass KI auch in Mainfranken schon jetzt eine große Rolle spiele. Die Region zeige aber oft "eine falsche Bescheidenheit".

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte wenige Stunden zuvor mit seiner Regierungserklärung unbewusst eine Steilvorlage gegeben: Allein für KI wolle die Staatsregierung 600 Millionen Euro locker machen. Würzburg werde in diesem Zusammenhang zehn neue KI-Lehrstühle bekommen.

    Söders Geldregen "setzt viele richtigen Akzente", war am Freitag die Reaktion von Ralf Jahn, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Würzburg. Aber Mainfranken komme "viel zu kurz" und werde "eher stiefmütterlich behandelt", weil Söders Unterstützung für KI-Einrichtungen eher nach Südbayern gehe.

    Wie es um das neue KI-Zentrum "Caira" in Würzburg steht

    Einigkeit herrschte auf dem VCC-Podium darüber, dass KI und die damit zusammenhängende Datenflut vom Menschen kontrolliert werden müsse. Auch bei der Frage, wie weit KI in puncto Ethik gehen darf, sei permanente Abwägung wichtig. Doch es sei nicht Sinn der Sache, KI grundsätzlich zu verteufeln. Dafür sei ihr Nutzen zu bedeutend. KI biete "große Chancen für die gesamte Gesellschaft", fasste Brose-Vertreter Wrensch zusammen.

    Wohin es in dieser Hinsicht grundsätzlich geht, soll das neue KI-Zentrum "Caira" an der Universität Würzburg zeigen. "Wir können bald starten", kündigte Informatik-Professor Hotho an. "Caira" soll laut Hotho zunächst mit zwei Professuren ausgestattet sein und die Grundlagenforschung über KI bündeln.

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    Dass gerade in Würzburg das Thema KI regen Niederschlag findet, zeigte zuletzt Mitte September ein Kongress mit 840 Teilnehmern aus aller Welt. Hotho sagte damals über KI: "Das Thema boomt." Auf die Frage, ob KI irgendwann einmal Kontrolle über den Menschen erringen wird, sagte er am Donnerstag: "Für die nahe Zukunft würde ich das verneinen."

    Unsere mehrwöchige Serie zeigte, welches KI-Potenzial es in Mainfranken gibt. Alle Beiträge: www.mainpost.de/ki

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