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    Würzburg / Schweinfurt

    Corona: Arbeitsmarkt in Mainfranken massiv unter Druck

    Die Zahl der Arbeitslosen in der Region ist im April deutlich gestiegen – eine Folge der Pandemie. Doch nicht alle Branchen sind von Kurzarbeit betroffen.
    Wegen des Coronavirus ist die Zahl der Arbeitslosen in Mainfranken deutlich gestiegen.
    Wegen des Coronavirus ist die Zahl der Arbeitslosen in Mainfranken deutlich gestiegen. Foto: Markus Scholz, dpa

    Die Arbeitslosigkeit in Mainfranken ist im April deutlich angestiegen. Im Würzburger Bezirk der Agentur für Arbeit erhöhte sich im April die Zahl der Arbeitslosen gegenüber März um mehr als ein Fünftel auf rund 8500 Betroffene. Der Vorjahreswert wird damit um mehr als 30 Prozent übertroffen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 2,8 Prozent. Im April des Vorjahres lag sie noch bei 2,2 Prozent. Eine höhere April-Quote wurde letztmals im Jahr 2016 verzeichnet.

    "Die Ausbreitung des Coronavirus hat innerhalb kürzester Zeit deutliche Spuren in der Wirtschaft und am Arbeitsmarkt hinterlassen und ein Ende ist noch nicht in Sicht", beschreibt Stefan Beil, Leiter der Agentur für Arbeit Würzburg, die derzeitige Situation. Geschäftsschließungen, Produktionsausfälle und Auftragseinbrüche haben ihm zufolge dazu geführt, dass seit März rund 4500 Anzeigen auf Kurzarbeit in der Agentur für Arbeit Würzburg eingegangen sind.

    Insgesamt beziehen sich die Anzeigen auf Kurzarbeit auf rund 57 600 Menschen. Das sind mehr als ein Viertel aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Würzburger Agenturbezirk. Angaben darüber, wie viele Beschäftigte am Ende tatsächlich in Kurzarbeit waren, liegen erst mit Zeitverzögerung vor, teilt die Arbeitsagentur mit.

    Corona setzt Arbeitsmarkt in Schweinfurt zu

    Die Corona-Krise und die damit verbundenen Einschränkungen hinterließen auch in Schweinfurt und Umgebung deutliche Spuren am Arbeitsmarkt. Zu Beginn des zweiten Quartals stieg die Arbeitslosigkeit sprunghaft an. Im April waren rund 9100 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren circa 1100 Personen mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,2 Prozent im März auf 3,7 Prozent im April. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosigkeit um rund ein Viertel.

    "Bereits geplante Wiedereinstellungen müssen teilweise durch die Pandemie bedingten Besonderheiten auf unbestimmte Zeit verschoben werden", sagt Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt. In systemrelevanten Bereichen, wie beispielsweise im Lebensmitteleinzelhandel, im Gesundheitswesen sowie der IT, bestehe hingegen ein erhöhter Bedarf an Arbeitskräften, so Stelzer.

    Ein Drittel der Unternehmen zeigte in Schweinfurt Kurzarbeit an

    Seit Anfang dieses Jahres gingen von Betrieben im Arbeitsagenturbezirk Schweinfurt circa 3600 Kurzarbeitsanzeigen ein (Stand 27. April). Dies entsprach rund einem Drittel der etwa 11 000 Unternehmen in der Region.

    Mainfranken reiht sich damit in eine bundesweite Entwicklung ein. Deutschlands Unternehmen haben in der Corona-Krise bis zum 26. April für 10,1 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Diesen Rekordwert gab die Bundesagentur für Arbeit bekannt. Damit wurden alle Prognosen von Volkswirten bei weitem übertroffen.

    Mit Informationen der dpa

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