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    New York

    Corona-Krise lässt Gewinne von US-Banken einbrechen

    Citigroup-Logo       -  Die Citigroup erlitt im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert einen Gewinneinbruch um 46 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar.
    Die Citigroup erlitt im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert einen Gewinneinbruch um 46 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Foto: Justin Lane/EPA/dpa

    Mit milliardenschweren Sicherheitspuffern rüsten sich die großen US-Banken in der Corona-Pandemie für eine drohende Lawine von Kreditausfällen.

    Die Krisenvorsorge ließ die Gewinne der Branchenriesen Goldman Sachs, Citigroup und Bank of America im ersten Quartal bereits massiv einbrechen, wie die Geschäftsberichte am Mittwoch zeigten. Bislang spürten die Banken nur erste Auswirkungen der Krise - die größten Belastungen stehen erst noch bevor.

    Bei der US-Großbank Goldman Sachs blieb im abgelaufenen Quartal unter dem Strich ein Gewinn von 1,1 Milliarden US-Dollar (1,0 Mrd Euro) und damit nur noch gut halb so viel wie ein Jahr zuvor. Um sich für faule Kredite zu wappnen, legte die Bank 937 Millionen Dollar zur Seite und damit über vier Mal so viel wie vor einem Jahr. Immerhin führte der verstärkte Handel etwa mit Aktien und Anleihen während der jüngsten Börsenturbulenzen dazu, dass Goldman Sachs die Nettoerträge mit gut 8,7 Milliarden Dollar fast auf dem Vorjahresniveau halten konnte.

    Die enormen Rückstellungen sind ein klarer Hinweis darauf, auf was für einen heftigen Konjunktureinbruch Großbanken wie Goldman Sachs sich einstellen. Das macht auch Anleger nervös - Finanzaktien gerieten am Mittwoch unter Druck, was die US-Börsen belastete. Die Corona-Krise legt die US-Wirtschaft lahm - zahlreiche Geschäfte und Fabriken mussten schließen, viele Rechnungen können nicht mehr bezahlt werden. Die Banken müssen angesichts drohender Firmenpleiten und Massenarbeitslosigkeit mit einer Welle fauler Kredite rechnen.

    Die Citigroup erlitt im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreswert einen Gewinneinbruch um 46 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar (2,3 Mrd Euro). Der Finanzkonzern stellte fast fünf Milliarden Dollar zurück. Bei den Erträgen - also den gesamten Einnahmen - gab es derweil noch ein deutliches Plus von zwölf Prozent auf 20,7 Milliarden Dollar. Grund waren vor allem höhere Einnahmen im Handelsgeschäft mit Wertpapieren, der deutlich zulegte, weil viele Kunden ihre Portfolios in der Krise umschichteten.

    Auch der Bank of America verhagelte die Corona-Pandemie die Quartalsbilanz. Im Jahresvergleich sackte das Ergebnis um 45 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar (3,7 Mrd Euro) ab. Wegen ausfallbedrohter Kredite erhöhte die Bank ihre Krisenvorsorge insgesamt um 4,8 Milliarden. Vorstandschef Brian Moynihan betonte indes, dass das Unternehmen für eine drohende Rezession gut gerüstet sei. In den drei Monaten bis Ende März hatte die Bank ihre Nettoerträge noch um ein Prozent auf knapp 22,8 Milliarden Dollar steigern können.

    Für wie prekär die großen US-Geldhäuser die Lage halten, hatte sich am Dienstag bereits am Branchenführer JPMorgan Chase gezeigt. Der Finanzriese erlitt einen 70-prozentigen Gewinneinbruch - Rückstellungen in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar (7,6 Mrd Euro) drückten die Bilanz. Den Konkurrenten Wells Fargo erwischte es noch schlimmer - hier brach der Gewinn sogar um 89 Prozent ein. Die Quartalszahlen stehen diesmal besonders im Fokus, da die Banken den Bilanzreigen der US-Unternehmen eröffnen und wichtige Wegweiser dafür sind, wie hart die Corona-Pandemie die Konjunktur treffen könnte.

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