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    Hamburg

    Reederei Hapag-Lloyd peilt trotz Corona schwarze Zahlen an

    Hapag-Lloyd       -  Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd erwartet trotz der Corona-Krise schwarze Zahlen.
    Die Hamburger Containerreederei Hapag-Lloyd erwartet trotz der Corona-Krise schwarze Zahlen. Foto: Christian Charisius/dpa

    Die Container-Reederei Hapag-Lloyd wagt trotz der Verwerfungen durch die Corona-Pandemie eine Gewinnprognose für das laufende Jahr.

    Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll zwischen einer halben und einer Milliarde Euro liegen, kündigte das Unternehmen am Freitag bei der Bilanzvorlage in Hamburg an. Die Prognose für die Geschäftsentwicklung sei daher mit „erheblich höheren Unsicherheiten” behaftet als üblich.

    „2020 wird ein sehr ungewöhnliches Jahr, da sich die Bedingungen in den letzten Wochen aufgrund des Ausbruchs des Coronavirus in vielen Märkten sehr schnell verändert haben”, sagte Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen.

    Das komplette Ausmaß des Coronavirus-Ausbruchs sei noch nicht absehbar, dürfte sich aber zumindest auf die Ergebnisse des ersten Halbjahres auswirken. So hätten sich die Märkte in China und anderen asiatischen Ländern nach dem anfänglichen Schock „wahrscheinlich schneller erholt als von vielen befürchtet”. Jetzt seien aber auch die anderen Kontinente betroffen. „Die Auswirkungen davon werden erheblich sein”, sagte Habben Jansen. Die Reederei werde ihr Transportangebot in den kommenden Monaten möglicherweise anpassen müssen.

    Im abgelaufenen Jahr steigerte Hapag-Lloyd den Umsatz - wie bereits bekannt - um 8,5 Prozent auf 12,6 Milliarden Euro. Das Ebit legte um mehr als 80 Prozent auf 811 Millionen Euro zu. Der auf die Aktionäre entfallende Nettogewinn verzehnfachte sich nahezu auf 362 Millionen Euro. Allerdings sind die Zahlen von 2019 wegen einer veränderten Rechnungslegung nur eingeschränkt mit denen aus dem Vorjahr vergleichbar. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 1,10 Euro je Anteilsschein erhalten. Für 2018 hatte sie nur bei 15 Cent gelegen.

    An der Börse wurden die Nachrichten positiv aufgenommen. Am Morgen legte die Hapag-Lloyd-Aktie um 10,8 Prozent auf 72,00 Euro zu. Damit lag ihr Kurs rund sechs Prozent niedriger als zum Jahreswechsel, hat sich aber weitaus besser geschlagen als die stark gebeutelten großen deutschen Börsenindizes. Allerdings befinden sich nur noch rund 4,5 Prozent der Aktien im Streubesitz und werden an der Börse gehandelt. 2019 hatten die Ankeraktionäre CSAV und Klaus Michael Kühne ihre Beteiligungen an Hapag-Lloyd weiter aufgestockt.

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