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    Wiesbaden

    Zahl der Jobs mit Mindestlohn rückläufig

    Mindestlohn       -  Zur Einführung 2015 betrug der Mindeststundenlohn zunächst 8,50 Euro, ab Januar 2017 dann 8,84 Euro. Inzwischen müssen mindestens 9,35 Euro pro Stunde gezahlt werden.
    Zur Einführung 2015 betrug der Mindeststundenlohn zunächst 8,50 Euro, ab Januar 2017 dann 8,84 Euro. Inzwischen müssen mindestens 9,35 Euro pro Stunde gezahlt werden. Foto: Jens Wolf/dpa/Archivbild/dpa

    Im April 2018 wurde in 930.000 Beschäftigungsverhältnissen der Mindestlohn gezahlt, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag auf Grundlage vorläufiger Ergebnisse mitteilte. Das entsprach 2,4 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse. Innerhalb von drei Jahren habe sich damit der Anteil mehr als halbiert, denn im Frühjahr 2015 waren es noch 1,91 Millionen Mindestlohn-Jobs.

    Weitere 509.000 Beschäftigungsverhältnisse oder 1,3 Prozent aller Jobs hatten sogar einen rechnerischen Stundenlohn unterhalb des Mindestlohns, berichtete die Statistikbehörde. Das sei allerdings nicht zwingend auf Verstöße gegen das Mindestlohngesetz zurückzuführen, da einzelne Details wie Sonderregelungen für Praktikanten in der Statistik nicht abgebildet werden könnten. Auch in dieser Kategorie hatte sich die Zahl seit 2015 nahezu halbiert.

    Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte die Untersuchung, die den Minijob-Bereich nicht erfasse. Hier würden besonders häufig niedrige Löhne gezahlt und Arbeitszeiten nicht genau erfasst. In vergleichbaren Studien wie dem Sozioökonomischen Panel (SOEP) werde für 2018 von 2,4 Millionen Beschäftigten berichtet, die den Mindestlohn nicht erhalten, wie DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell in Berlin erklärte. Er verwies auch auf steigende Fallzahlen beim Zoll, der gegen Mindestlohn-Betrügereien vorgeht. „Der Straftatbestand "Mindestlohnprellerei" darf nicht kleiner erscheinen, als er tatsächlich ist”, verlangte der Gewerkschafter.

    Zur Einführung 2015 betrug der Mindeststundenlohn zunächst 8,50 Euro, ab Januar 2017 dann 8,84 Euro. Inzwischen müssen mindestens 9,35 Euro pro Stunde gezahlt werden. Grundlage der Auswertung bilden Daten aus Stichproben bei den Lohnbuchhaltungen der Betriebe. Der Vorsitzende der Gewerkschaft NGG, Guido Zeitler, verlangte einen schnellen Anstieg auf 12 Euro, um den Mindestlohn wirklich armutsfest zu machen. Außerdem müsse der Zoll die Einhaltung der Vorschriften intensiv kontrollieren.

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